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Roswell Rudd & Yomo Toro: El Espiritu Jibaro

Roswell Rudd & Yomo Toro: El Espiritu Jibaro

Wenn Roswell Rudd seine Posaune spielt versprüht er nicht nur Spielfreude sondern auch etwas Majestätisches. Der studierte Musikethnologe des Jahrgangs 1935 aus den USA liebt das komponieren abseits des traditionellen Jazz. Weltmusik und jegliche Formen und Rhythmen der lateinamerikanischen Sphären macht er sich zueigen. Schon immer war er ein bisschen Avantgarde und wollte dass doch gar nicht. Freigeistlich sind seine Kompositionen immer noch, aber überhaupt nicht mehr darauf angelegt, so nach den revolutionären 60s zu klingen. Seine Wurzeln und selbsternannte Jugendliebe, den Dixiejazz, hört man fast nicht mehr. Seine Jams mit Jimmy Scott & Archie Sheep scheinen sehr weit weg zu sein. Vielleicht hat er deshalb gar nicht versucht dort wieder anzuknüpfen, auch wenn viele Fans das gerne gehört hätten. So ist auf „El Espiritu Jibaro“ mit dem puerto-ricanischen Gitarristen Yomo Torro etwas völlig Neues entstanden. Hier ergänzen sich die beiden mit 20 anderen Musikern vorzüglich im spielen von Cumbia, Son, Tango, Merenge und mehr. Kein Spektakel und auch absolut nichts was man noch nicht in dieser Form gehört hätte – aber warm und ansteckend und irgendwie gemütlich ist es schon. Kein Zweifel.

Peter Hagen (Jazzriots)

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