Senior Allstars, der hochmusikalische flotter Vierer aus deutschen Landen konnte bereits 1999 die Aufmerksamkeit interessierter Hörer zweier Genres auf sich ziehen, als sie mit „Sniff“ die Welten des Reggae und Jazz kreuzten. Um dieser Fusion genug Raum zu bieten und sich entfalten zu können spielen sie ganz ohne jegliche gesangliche Beiträge. Ungewöhnlich, wenn man bedenkt, wie sehr angewachsen der Markt für gute gemachte Reggae-Musik ist. Was in Frankreich schon eine längere Tradition hat, ist gerade in Deutschland in den letzten Jahren eine immer größere werdende Gemeinde an Fans gewachsen, die die jamaikanischen Klänge lieben.
Auf ihrem 2000er Release „Nemo“ spielten die Einflüsse von kubanischer und latinesker Grooves noch mit ein, erreichen sie nun wieder die Basis ihrer eigenen Bandgeschichte. Reggae flirtet mit Jazz und findet sich in einem Austausch mit den traditionellen, jamaikanischen Dubwelten, mit denen bekanntlich Lee „Scratch“ Perry schon vor 30 Jahren experimentierten und schließlich perfektioniert in die Welt hinaustrug. „Come around“ hat diese unvergleichliche, locker Art im Stile der Produktionen des legendären Studio One der 70er Jahre verinnerlicht. Hier wird Reggae handgemacht eingespielt und mit elektronisch aufgewertet. Diese Zusammenkunft von Tradition und Moderne beherrschen die Senior Allstars in Perfektion. Da kann es dann auch schon mal etwas funkiger, wie auf „Five to nine“ oder „Wrong Number“ werden. „Come around“ ist letztendlich rundum angenehm und wirklich einzigartig in Deutschland. Es lohnt sich mit dieser Platte auf jeden Fall den Frühling frühzeitig einzuläuten – auf einen sehr geschmeidige und unkomplizierte Art.
Peter Hagen ( Jazzriots)