Auf der Ebene der Musik läßt sich einfach am Besten komunizieren. Sprachliche Barriere und kulturelle Unterschiede hinter einem daran nicht, wenn man es möchte. Die gemeinsame Liebe zur Musik verbindet einfach. Viele Musiker, Produzenten und DJs wissen von was hier die Rede ist. Der Kölner Multiinstrumentalist Thomas Berghaus scheint sich dessen sehr bewusst zu sein und hat gerade auf diesem Metier für sein neues Werk „Emotional Value“ gearbeitet.
Hatte er noch vor gut anderthalb Jahren als Duo mit dem amerikanischen Sänger Gary Harrison als Family Vision Care fungiert, kommt nun eine Stufe des Schaffens hinzu. Auf seinem Solowerk arbeitete er mit Musikern aus fünf Nationen und drei Kontinenten. Hörbar wurde mit diesem Schritt der frühere Fokus von Soul auf eine abwechslungsreiche Mischung verlegt die Elemente von Pop, Jazz, Afrobeat, Funk, Reggae und HipHop beinhaltet. So lotete der Musiker in seinem eigenen Studio mit Gastsängerinnen wie Fijori, Alison Degbe, J-Bee und dem britischen Leftfield-Rapper Travis Blaque neue Stilrichtungen aus. Das Ergebnis ist sehr stark und sauber produziert. Die Platten weiß den Hörer jedes Mal auf etwas Neues einzulassen. So kann man für den organischen Funk-Hop „The Promise“ nur Bestnoten geben und jedem DJ ans Herz legen, der die alte Schule noch auflegt. „Single Warrior“ bricht sehr schön mit den Dogmen von Weltmusik und schafft einen fröhlichen Hybriden aus afrikanischen Klangstrukturen und Reggae um auf „Push away the clouds“ ein beschwingte Folklore zu zelebrieren. Nur bei dem deutschsprachigen esoterischen „Wer all die Chance verschenkt“ bin ratlos was das sollte – trübt aber bestimmt nicht den positiven Eindruck des Albums. Musik ist eine Brücke der Begegnung mit manchmal doch wirklich interessanten Ergebnissen.
Peter Hagen