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Shawn Jackson: Brand New Old me

Shawn Jackson: Brand New Old me

Shawn Jackson gehört jene Kategorie von Rap den man unbedingt Leuten empfehlen muss die behaupten es gäbe keinen gescheiten HipHop mehr. Wie so oft ist das Problem gerade jener vorlauten ehemaligen HipHop-Heads, dass sie nicht mehr richtig danach suchen. Wie auch immer – die Platten die wirklich noch deftige Rapkost bieten sind sicherlich nicht weniger geworden. Das müssen sich alle 80s und 90s Rapbabies endlich mal eingestehen. Es hat jedoch auch nie jemand behauptet dass man alles gut finden muss was da draußen so unter dem Banner HipHop rumschwirrt. Jetzt könnte man eine endlos Diskussion über Lil’ Wayne oder Drake, die neue Superhelden des Game, lostreten. Fuck it. Braucht kein Mensch. Headz, ob ihr in den alten Zeiten hängen geblieben seid oder ob ihr gerade eure ersten Schritt in Geschmackssicherung in Richtung Rapmusic macht passt auf: Shaw Jackson präsentiert mit „Brand new old me“ sein neues Album. Vor zwei Jahren kam der versierte MC über Tres Records mit seinem Debüt und hat ganz schön Staub aufgewirbelt. Ihn auf seinen Hit „Feelin’ Jack“ zu reduzieren, wäre ein fataler Fehler. Der Flowgott hat die erfrischende Art an sich seine sarkastischen und gesellschaftskritische Alltagsgeschichten in einen Sound zu packen der keine typischen Trademarksounds des Westen, des Ostens, des mittleren Westens oder des Südens aufweißt – sondern ganz charmant und sehr stylisch von allem etwas in seine eigene Klangteppichdefinition einflechtet. Das bedeutet jedoch lange nicht, dass sich hier jemand überall anbiedert und einen zu großen Kompromiss schlägt. Der Mann kann hörbar über alles rappen und das kann man bisher ja auch nur über Jay-Z, Biggie, Buff1, Outkast, B.O.B und Rhymefest behaupten. Und um die jüngeren Raphörer zu ruhigen, ja klar hat auch Shawn Jackson neben knochentrockenen Beatbomben wie „Izichu“ einen Clubbanger der etwa elektronischeren Ausrichtung mit im Gepäck („Pocketful“). Aber wenn er NeoBoomBap-Bomben wie „Bay Boy“ oder „Stargate practice“ auf die Hörer schießt, wird man von der unglaublichen Energie dieses talentierten Rappers überrumpelt. Wenn er auf „Fruit Salat“ den süßen Dope-geschängerten Beat als Grundlage für seine Gedichte zur Bezirksbefruchtung nutzt schaut sogar Madlib vom affinen Stone Throw-Lager neidisch über den Zaun. Individualität gewinnt endlich wieder im HipHop. Die Beats haben übrigens illustriete Untergrundschrauber wie Astronote (Remember Biggie-Tribute Mixtape?), Knxwledge, K-Salaam & Beatnick, Mr.Brady und R Blvd geschraubt. Kaufen!

Peter Hagen

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