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Shawn Jackson: First of all

Review:

CD-Release vom 08.07.09 - Vinyl jetzt erhältlich!

Es gibt so einen ganz bestimmten Schlag von HipHop, den die BBC Radio Benji B. (Devotation) und Gilles Peterson (Worldwide) lieben und den Künstlern die ihn entwerfen, ungebrochene Liebe und immer fleissig Airplay geben. Irgendwo zwischen der Heavy Rotation von The Roots, Mos Def, Slum Village, Roots Manuva und TY ist dann noch Platz. Wer hier gespielt wird, der macht Quality Music mit Soulfaktor, Authentizität und Skillz. Dieser Art von Künstlern gehört Shawn Jackson an.

Bereits anfangs des Jahres machte Shawn Jackson mit dem Kollegen Newman als New Jack Hustle mit einem extraordinären, pervers-minimalen, supersexy Funkhybriden namens „Party Song“ auf sich aufmerksam. Was war denn da los? Wo kommt den das plötzlich her? Werden sich Nerds und andere Plattengräber und Leger gefragt haben. Der von der Ostküste stammende Anfang-Dreiziger bringt etwas mit, was Snoop Dogg scheinbar erst kürzlich bruchstückhaft wieder gefunden hat: Die nötige Portion Funk. Plantlife baute das ja auch schier endlos kreativ und verspielt aus. Mit futuristischen Prince- Funk irgendwo zwischen dem guten alten Clintonschen’ Mothership und der Leon Haywood-Geschmeidigkeit ziehen sie auf „First of all“ ein perfektionierte Laid-Back-Nummer ab, als würden sie das schon immer tun. Musikalisch hat das soviel Sicherheit und Stabilität, dass man blind vertrauend glauben könnte, hier würde Black Milk den Zenit seiner post-dillasche’ Energie-Phase erreicht haben. Und das Boom-Bap-Brett „Gold Metal Kids“ zeigt, dass man auch an der Westküste Little Brother bzw. 9th Wonder nicht ignoriert hat. Die Westküste baut ja nicht erst seit gestern mit Stones Throw eine wahre Indie-Macht auf. Sie waren es auch, die mit Jaylib nach Motown gelinst haben und eine der wichtigsten Kollaborationen der HipHop-Geschichte vorangetrieben haben. Warum sollte man den Gedanken nicht weiterführen?

Und mit „Feelin’ Jack“ schon einen passablen Anwärter auf den „dein youtube Favourite der Woche“, weil er einfach ein Hipster ist, der unterhalten kann. Da fehlt es nicht an Ironie, Skills oder Style. Der Junge ist fresh as Ice. Soul hat man, oder eben nicht. Da liegt der entscheidende Punkt, warum Jackson zu den Rookies der Saison gehört und mit „First of all“ ein ungemein starkes Debüt hier abliefert. Dass dann auch noch so gelungene Zusammenarbeiten angestrebt und umgesetzt wurden, wie die mit Ty & Cory, Dobule K, Guilty Simpson, Beloved, Comel und Ta’Raach – ist einfach sau geil. Diese ganze, neue Indie-Fraktion, angeführt von Blu, bringt immer mehr Wallungen über den mit Hitze aufgeladenen Asphalt. Da passt wie die Faust auf Sonic-Auge, dass Taraach von C.R.A.C bei „Maan up“ vorbei schaut und eine freudige Jam der eigenwilligen, und deswegen grandiosen, Rapfreaks augenblicklich, feiert. Und Moment, da riecht es aber gewaltig nach Detroit. Ach, es ist Guilty – der schaut auch kurz vorbei. Wie viele überzeugende Argumente braucht ein Album 2008 noch, dass es gekauft werden muss?

Wer sagt den, dass der Sommer ohne dicke Automucke auskommen muss. Lehnt euch zurück, nehmt endlich die alten Too Short und DJ Quick-Tapes raus, gebt Madlib im Winter wieder seinen Stammplatz und lasst den Motor an. Shawn Jackson wird euch begleiten, während die Sonne scheint und sehr wahrscheinlich auch noch ne ganze Weile danach.

Peter Hagen

Tracks:

  • 01. How Ya'll Feel??
  • 02. First of All...
  • 03. Soopafly
  • 04. Fix Ya Face
  • 05. Traveling Salesmen
  • 06. Gold Medal Kids
  • 07. Backstage
  • 08. Strategies
  • 09. Go There with You
  • 10. Feelin' Jack
  • 11. Countdown
  • 12. Hate Down
  • 13. Maan Up!

Releases:

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Interpret:
Shawn Jackson
Label:
Tres Records
Stil:
Hip Hop

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