Songs, so geradlinig und stur wie Gemälde von Hopper (die im Tageslicht).
Bittersüße Liebeslieder, toxisch wie ein „Mon Cherie“ mit Tollkirschenfüllung. Protest, so zornig wie das Gebell eines koreanischen Speisehundes. Die 38-jährige Kalifornierin, weiß, wie man’s macht. Grausame Sanftheiten, dargereicht in einer mancmal gar nicht soften Melange aus Jazz/Folk/Indie-Sounds von einer alabasterhäutigen blonden Prinzessin mit einer Figur, dass man(n) sie einfach beschützen möchte (und noch manch anderes mehr). Simone White ist das temporäre Darling der feingeistigen Indie-Szene, polarisiert in diversen Foren kräftig von „elfengleich“ bis „sterbenslangweilig“ und hat mit dem zauberhaften „Beep Beep Song“ einen veritablen Hit im UK-Werbefernsehen gelandet. Am besten hört man sich das Album im Auto an, sonntagmorgens, an einem schönen, aber nicht zu warmen Tag. Mit Pastellwölkchen wie Wattetupfer und so. Nachts ist es aber im Auto nicht so gut, wg. Sekundenschlaf. Ist das böse? Die schöne Sphinx Simone würde es schon verstehen…
Jo Neckermann