Review

Siri Svegler: Silent Viewer

Siri Svegler: Silent Viewer

Die dunkelhaarige Schwedin ist eigentlich Schauspielerin, in Petersens Historiendrama „Troja“ machte sie als Geliebte den König verrückt. Und dieses Talent (und die Ausbildung), in verschiedene Rollen zu schlüpfen zeigt sich auf ihrem Debüt überdeutlich. Mal zickt sie mit dem Sopran einer englischen Upper-Middleclass-Lady durchaus bezaubernde Dancefloor-Liedchen herunter. Dann wieder gibt Siri Svegler die Naive, Nachdenkliche. In „Painkiller“ ist sie das Sexkätzchen. Um schließlich mit „Won’t Let The Demons In“ bei Lounge-Jazz zu landen, sehr „Sixties“ und mit einem der besten Gitarrensoli seit Jahren ausgestattet. Überhaupt die Band, die Arrangements, der Sound: Erste Sahne. Ist schon klar, dass Seal als Förderer tätig war und die attraktive Schwedin schon zum wiederholten Male bei Empfängen des Auswärtigen Amts aufspielen durfte. „Silent Viewer“ ist ein echtes Qualitätsalbum, obgleich nicht die Spur von authentisch, leidenschaftlich oder gar rockig. Es ist einfach sehr gut performt – erinnern wir uns an Siri Sveglers eigentliche Profession…

Jo Neckermann

Veröffentlicht am

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