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Spank Rock: Everything is boring

Spank Rock: Everything is boring

„Wenn schon Electro-Rap, dann aber bitte nur von der feinsten Sorte“. So könnte man beim Plattenhändler seines Vertrauens die neue Spank Rock-Platte sofort in die Hand gedrückt bekommen. Denn seit 2006 verbinden Leute wie Diplo, XXXchange oder eben Spank Rock allerlei kunterbunte Sounds zwischen Miami-Bass respektiv, Wobble-Bässen, Dancehall, technoide Flächen und Beats die direkt und ohne Umwege in die Fresse klatschen. Ganz B-More-like mit überdrehten Loop und ein ordentlichen Portion Liebe für HipHop. Dabei geben sie einfach so und unkonventionell viel Liebe für politische und sozialkritische Global-Beats-Prinzessinnen wie M.I.A oder Santigold, während sie offenkundig 2 Live Crew und sexistische Texte und Booty-Sound feiern wie der Papst nicht mal Weihnachten feiert. „Yoyoyoyo“ ist dann auf dem britischen Ninja Tune-Ableger Big Data Records erschienen und hat das Feld von hinten aufgeräumt. HipHop der die Traditionalisten schockt, jedoch mehr oldschool intus hat, als so mach langweilige, immer wiederholdende „bring it back“- Appelle alter Helden. Diese Jungs sind das Update zu den Beastie Boys von 1986, auch wenn das keiner in der HipHop-Community hören will – und, das muss man hier dreimal unterstreichen, sind Spank Rock und Konsorten niemals Ballermann-Musik wie die Atzen aus Berlin. Auch wenn man Diplo und Spank Rock inzwischen als „Electro Rap“ verkaufen will – diesen Schuh soll sich schön mal jemand anderer anziehen.

Boyz Noize hat nun das neue Album „Everything is boring and everyone is a fucking liar“ produziert. Computergepiepse, krachende Electro-Bretter („The Dance“) und dicke Basswände kann man schon von dem Vorgänger. Nun wird das Ganze noch mit ordentlich Rock & Funk („Energy“), 80s-Pop („Baby“), einer monströsen Prodigy-Hommage („Turn it off“) und herrlicher Electro-Funk-Reanimationen der alten Schule („Cool Shit“) aufgepimpt. Und den deutlich betitelten Song „No.1 Hit“ wird man zwischen Barcelona und Berlin diesen Winter auf Heavy Rotation drehen. Wired Shit. Party hard. Es hat aber auch nie jemand behauptet, dass es immer nur deep sein muss.

Text: Peter „Parker“ Hagen

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