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Speedometer – Four Flights up

Speedometer - Four Flights up

Als der ehrwürdige Großmeister Keb Darge, seines Zeichens bekanntestes Funksammelmonster, im Jahre 2002 sich mit seiner Compilation ,,Funk fort he 21st Century” dem Neofunk-Movement bzw. der Retro-Welle auseinandersetzte konnte man vorher schon davon ausgehen, dass auf dieser Cd keine weichgespülten 08/15-Nummern vertreten sein werden. Eines dieser Stücke hieß ,,Wait up” von der englischen Combo ,,Speedometer”, die zu diesem Zeitpunkt bereits 3 Singles über Timmion & Kennel Klub Records erfolgreich veröffentlicht hatten. Die Herren der Gruppe: Leigh Gracie, Richard Hindes, Chris Starmer, Mat Wilding, Sting Davies, Neil Penny, Simon Jarrett und Matt McKay bilden das klassischen Rare Groove-Outfit. Drums, Bläser, Bass, Gitarre, Congas, Klavier. Dazu die explosive Stimme von Ria Currie, die merkwürdigerweise bisher nicht so viel Aufmerksamkeit für ihre Gesangsdarbietungen bekommen hat wie Kollegin Alice Russell vom Quantic Soul Orchestra. Die Singles ,,Work it out” und ,,At the speakeasy” machten ihren klassischen Funksound über die Grenzen Englands hinaus bekannt. Heavy Rotation der Stücke bei DJs wie Florian Keller, Jazzman Gerald oder Andy Smith taten ihr Übriges dazu, dass man seit immerhin schon 8 Jahren auf der Erfolgswelle bzw. Wiederbelebung dieses Genre schwimmen kann.

Auch auf ihrem neuen Werk ,,Four Flights up” hört man wieder den unvergleichlichen, energie-geladenen und perfekt vorgetragenen Funksound – bei dem man so sehr die Einflüsse der Meters, der JBs und andere 60s-Soul und Funk Künstlern heraushört. Diese Band atmet diesen Groove. Dass man sich gerade deswegen neben Eigenkompositionen an Coverversionen wie Chi-Lites ,,I am your woman” (Sample von Beyonce’s ,,Crazy in Love”) und ,,Same old thing” von den Meters wagte, spricht für das grossartig Potential der Band. Die wirkliche Dynamik der Südostengländer hört man jedoch am Besten bei den uptempo-Stücken wie ,,Four flights up” (mit kleiner Latin Groove Einlage) oder ,,This ain’t Movin’”. Zwei Gastbeiträge gibt es dann auch noch Robert Moore, ein legendäres Mitglied des Salsoul Orchestra und anderen Kultfunkbands, von denen heute nur noch wenige wissen. Nach dem letztjährigen ,,Diggin’ deeper”, einer Zusammenstellung von älterem Material, sind nun Speedometer mit frischem Stoff zurück.

Ihr wollt ein Funkalbum einer richtigen Funkband? Ohne Discoglitter. Ohne Quoten-MC. Ohne Kompromisse. Bitte schön. Das ist eins. Ein wunderbares.

Peter Hagen (Jazzriots)

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