Welche Musik für einen Meg Ryan-Film des Genres „romantische Komödie mit Happy End“ nehmen, wenn Norah Jones schon ausgebucht ist? Klar, Stacy Kent. Kennen Sie nicht? Sollte sie jedoch auf alle Fälle wenn die Stimmen wie Natalie Merchant mögen bzw. Musik, die das Zusammenspiel von Jazz, Folk und Pop perfekt beherrscht und keine Experimente eingehen möchte. Viele Kritiker hatten nach 9/11 erklärt, dass genau das die Musik sei, die die aufgewühlte Seele zur Ruhe bringen kann. Auch wenn der Terroranschlag zurückblickend schrecklich ist, kann man diese Art von Musik heute genauso für beruhigende oder gar romantische Atmophären aus dem Ikea-Regal ziehen. Man könnte sogar soweit gehen, dass ein gutes Buch, ein warmer Tee und die neue Platte von Stacey Kent genau das Richtige für einen gemütlichen Abend im Winter ist. Die gelernte Jazzsängerin mit der klaren, eindringlichen Stimme weiss durchaus in genau solchen Momenten zu punkten analog zu ihren etwas populäreren Kolleginnen. Die in New Jersey geborene 40jährige liefert auf ihre Blue Note – Debüt das ab, was alle von ihr erwartet haben und an ihr schätzen. In Zusammenarbeit mit Tenorsexofonist und Komponist Jim Tomlinson gelingt es ihr auf englisch und französisch perfekt zu intonieren und ihr Stimme einzusetzen. Bei ihrer Version von Satchmos “Wonderful World” will man nicht ganz so zustimmen und dann doch eher auf Eva Cassidy verweisen.
Peter Hagen