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Statik Selektah: 100 Proof

Statik Selektah: 100 Proof

Der Quadratschädel aus Boston ist nach zwei Alben die Figur des neoklassischen Boom Bap. Ein Arbeitspensum wie einst der junge Premo Mitte der 90er hat ihm die Lobeshymnen aus allen Ecken beschert. Der Mann weiss einfach wie man die Retrosause startet ohne dass es langweilig wird. Im Gegenteil. Statik hat musikalisch zu den zwei Vorgängern noch mal dazugelernt und vor allem zugelegt. Die Samples die hier traditionell gechoppt werden klingen in Kombination mit den Beats sehr warm und zeigen, dass HipHop einfach auch Soulmusik ist wie Xavier für Curse einst so schön trällerte. Statik wird einfach deshalb so gefeiert weil er nicht wie die Kollegen und Vorbilder 9th Wonder und Premier in gleichen Mustern hängen bleibt und sich wiederholt.

Statik hat sich ein massives Branding aufgebaut, dass sicherlich an seinen Vorbilder stark angelehnt ist – jedoch den gewissen Dreh heraus hat, wie man das alles kontinuierlich frisch hält. Wenn da mal nicht demnächst Kollaboration mit Little Brother und Konsorten anstehen – wer weiss das schon bei diesem umtriebigen Mann. ATCQ-Frontkämpfer Q-Tip schätzt ihn nicht ohne Grund und hat ihn für seine Welttournee als DJ und Antreiber mit ins Boot geholt. Premo legt einfach so auf seiner Birthday-Party auf. Term und Reks gehören zu den Künstlern die ihm ihren Achtungserfolg zu verdanken haben. Mit dem Song „Eighty-Two“ kündigen Statik und seine breithosiger, kongenialer Kollege Termanology das im Sommer folgenden Kollaborationsalbum der beiden an und zeigt wiederum, dass dieser Produzent wenig schläft noch feiert.

Die Qualität seiner Produktionen hat sich inzwischen in allen Ecken der Gemeinde herumgesprochen und so hat er wieder ein großes Aufgebot wohl selektierter Meister der Zeremonie wie man es auf solch einem Niveau eigentlich nur noch von den drei Volumes des legendären Funkmaster Flex -Outputs kennt. Jung und Alt verschiedener HipHop-Generationen fühlen sich auf Statik’ Beats hörbar pudelwohl. Die alte Grande Dame der Gangstarr-Foundation, Bahamadia spittet hier wenn sie nie weg gewesen wäre. Die New York – Legende Kool G Rap erreicht hier ebenso Höchstwerte wie der alte M.O.P – Schreihals Lil’ Frame. Bestimmte Songs bei solch einem Sureshot-Album hervorzuheben ist immer sehr schwer – jedoch ist es wirklich mehr als frisch was die Westküstenkollegen Evidence (Dilated People), Fashawn und Kali auf „The Coast“, sowie die vergessenen 93’ till Infiity-Helden von Souls of Mischief auf „Laughin’“ hier zeigen. Es darf bezweifelt werden, ob im ersten Quartal 2010 noch etwas Stärkeres als das hier kommt. Was für eine Anreihung an großer HipHop-Kunst. Was für eine Sammlung von smoothen („So close so far“) und hart bangenden Songs („Crically Acclaimed“)! Beteiligt sind u.a. hier Reks, Smif’n’Wessun, Royce da 5’9, Havoc, Saigon, Joe Scudda, Skyzoo, Talib Kweli, UGK’s Bun B oder Style P von The Lox. Wer sich hier über den Preis für das Album beschwert hat keine Ahnung von Musik und von Qualität, den dieses Album (wenn auch nicht auf Vinyl erhältlich) ist ein dickes Paket HipHop ohne Fehler oder Lücke. Es ist einfach völlig unverständlich, dass das Label hier nicht für eine Vinylauflage sorgt, weil dieser Sound die „alten“ Heads glücklich macht und zugleich die jungen Heads für traditionellen Eastcoastsound interessieren wird. Da besteht keinerlei Zweifel. Dickes Ding das. Noch Fragen, Euer Ehren?

Peter Hagen

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