Review

Statik Selektah & Termanology: 1982

Statik Selektah & Termanology: 1982

Sind wir mal ehrlich, in den Momenten wo man vor den Premo-Kritikern zugeben musste, dass sich der Altermeister wieder mal wiederholt hat, waren man froh, dass man die junge Garde an Beatschraubern als Konter nennen konnte, die Tradition wahrten und dem ganzen einen neuen Impuls gaben. Auch wenn Premo nach wie vor unantastbar ist, bringt er nur noch alle Schaltjahre einen richtigen Banger um die Ecke und deshalb sind Produzenten wie Khrysis, Kankick, Marco Polo, Illlmind, Oddissee so wichtig und erfrischend. Statik Selektah gehört hier als Führungsperson natürlich auch dazu, weil er den Boom Bap liebt, ihn deshalb jedoch nicht zum hundertsten Mal bis zur Langeweile-Overkill wiederholt. Nein, der Mann aus Massachusetts holt alles aus dem klassischen Eastcoastsound heraus und vereint dadurch Generationen von Heads. Imponierend war es zu sehen, dass sich die Gemeinde, wie damals bei Gangstarr, auf den dickbäuchigen Quadratschädel einigen konnten und alle, wirklich alle, sofort seiner Bitte für ein Feature seiner drei großen Alben nachkamen. Mit Bun B., Q-Tip und Nas ist er nicht ohne Grund dicke.
„1982“ ist das Geburtsjahr von Statik und seinem guten Kumpel und Raprookie Termanology. Das weißt darauf hin, dass die beiden sich im Sound und der Ästhetik der 90er pudelwohl fühlen und diese Gefühl auf ihr Kollaborationsalbum auch sehr gut übertragen können. Da schwimmt oft Nostalgie über die „good old days“ des HipHop mit, was zu keinem Moment peinlich noch langweilig ist. Term spitten locker und cool wie eh und je über die Beats und Cuts des Kollegen Statik – das erzählen von Geschichten aus der Hood und von der Kultur bleiben dabei natürlich nicht aus. Dazu schauen die anderen Freunde Xzibit, Cassidy, die Schreihälse von M.O.P, D-Blocker Styles P., Wu-tangs knurriger Inspectah Deck, der immer wieder aufstehende Saigon und das Mc-Wunder Freeway vorbei. Man vermisst eigentlich nur das Labelmate Reks. Dabei gehört wohl der Song „Life is what you make it“ zu dem stärksten was das wirklich gute Rapjahr 2010 zu bieten hat. Das alles ist so wenig innovativ wie die Titten von Daniela Katzenberger, aber so voll Style, Dynamik und Leidenschaft wie Lukas Podolski im Trikot der Nationalmannschaft. Das Statik jetzt kein Geheimtipp mehr ist, zeigt dass sein nächstes Album im April 2011 auf dem New Yorker Kultlabel Duck Down Records erscheinen wird.

Peter Hagen

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