Wie viele eigentlich wissen, ist die Musik der wirklich coolen Leute nicht die, die man immer in den Hipster-Clubs um die Ohren geballert bekommt um danach geschlossen darüber bei Absinthmischgetränken drüber zu philosophiert. Nein, so ist es in der Tat nicht. Leider machen sich immer mehr Menschen dazu auf, die wirklich coole Mucke zu entdecken. Jene Grooves die den Geist von Curtis Mayfield verinnerlicht haben, die Intensität eine Tom Waits weiterführen und die unvergänglichen Präsens von Musik wie von Stevie Wonder oder Marvin Gaye nacharmen können.
Um diese Musik überhaupt erst kennen lernen zu können, muss sie jemand entdecken und den Künstler signen. Dafür braucht man wieder rum Aktivisten, die viel reisen und rum kommen. Welche die dazu immer ein offenes Ohr für gute Musik haben, dieser zu größerer Aufmerksamkeit verhelfen will und ihnen dafür eine gesunde Plattform bietet, auf der sie sich entfalten können. Jazzanvoa und ihr Künstlerkreis auf dem eigenen Label Sonar Kollektiv machen genau das. Sie entdecken auch den bisher gänzlich unbekannten Multiinstrumental aus Dublin.
Stee Downes zelebriert die Leichtigkeit des Seins in seiner Musik mit einer völlig ungenanten
Selbstverständlichkeit, dass man gleich den Vibe aufnehmen kann und sich fragt, wie es nur sein kann, dass so ein junger Dubliner soviel Gefühl in den Midtempo-Grooves seines Debütalbums stecken kann? Er scheint ganz genau zu wissen was er beherrscht. Der Grundvibe erinnert an eine Mischung aus den neuseeländischen NuSoul-Reggae-Verzückungen von Fat Freddy’s Drop und dem hawaiischen Gute-Laune-Zupfer Jack Johnson, die Jazzfunk, Latin und Soul gerne mit dem alten guten Grundgerüst des Folk kreuzen. Soundtechnisch sind die Referenzen ganz klar retrospektiv 70er ausgelegt, flirtet aber gerne auch mit der Moderne. Wirklich angenehmes Debüt.
Peter Hagen