Review

Suff Daddy: Hi-Hat Club Vol.2 – Suff Draft

Suff Daddy: Hi-Hat Club Vol.2 – Suff Draft

Review:

Man kann mit dem Boom Bap der 90s was anfangen mögen oder nicht, aber wer die knochentrockenen Auswüchse wie „Vice“ nicht fühlt, hat HipHop sehr wahrscheinlich schon lange verloren. Hier pumpen und funkeln die Referenzen an die unkompliziert frischen und verrückten Tage des Muddy Waters-Albums von Redman nur so umher. „Chinatown Chill“ oder „Ambros“ zeigen dass man Beats entspannt und beseelt auch in ein Stadium des Rausches heben kann. Madlib’s Quasimoto schaute da wohl des Öfteren über die Schulter des Suff Daddy – oder waren es einfach die geballten Einflüsse einer vorzüglich bestückten Plattensammlung und dem Gefühl für feine Cuts?

Vielleicht hat sich der Produzent und offenkundiger HipHop-Fanatic einfach nur in das Konzept von Dilla’s „Donuts“ verliebt und will keinen Halt vor 80s-Synthies machen („Daddy“). Analog zu Großmeister Dilla kommen auch hier die 80s in Fetzen zu einem
einen völlig neuen Ansatz bevor der „Anti-Swagger“ die Sache zum
eintauchen bewegt und das „Isley Interlude“ die Brücke zu Biggie
und „Big Poppa“ schlägt was thematisch auf „Sip Liquor“ anknüpft,
in dem ein Vocal von Herrn Smallz zu Tode geloopt wurde.
Jazz ist geballt erlaubt und wir auf „Join the club“ mit eine Vocal-Loop zu einem wahren Brett. Die vom Label propagierte Info der „Drunken Boom Bap Madness“ des Produzenten kann man nachvollziehen.

„Hi-Hat Club Vol.2 – Suff Draft” bringt HipHop als Kunstform wieder zurück zu einem Punkt, der schon eine ganze Weile nicht mehr beachtet wird. Die hier zu findende Instrumentals wurden nicht als musikalische Unterlage für einen MC gebaut, sondern wollen zusammen als „Mixtape“ eine Geschichte erzählen und den Kopf zum nicken bringen. Letztlich ist es doch die unausgesprochene Wahrheit, dass es nur noch wenige Beatschmiede gibt, die das so konzeptionell umsetzen können. Die MPM-Strategie geht also zu 100 % auf. Die Nostalgie des Beat-Tapes ist zurück und langweilt keine Minute. Dem Beatmeister des Prenzlauer Bergs sei Dank. Da darf man nur hoffen dass nach den zwei Episoden weitere folgen werden.

Peter Hagen

SUFF DADDY – HI-HAT CLUB VOL.2 / SUFF DRAFT (Video Snippet) from MPMTV on Vimeo.



Trackliste:

1. Up In This Muthafucka
2. Andros
3. Now That You're Mine
4. Chinatown Chill
5. The Paper
6. Vices
7. Daddy
8. Join The Club
9. D.I. Luv
10. AntiSwagger
11. Like That
12. Creepin
13. S.Ex. (Suff Experiment)
14. Isley Interlude
15. Sip Liquor
16. High Life
17. One For Rawls
18. Suff In China
19. Chocolate Mountain
20. Lottahydro

2 Kommentare

  1. Bitte beachten: Die erste Episode ist nicht von Suff Daddy, sondern von Testiculo Y Uno (Hulk Hodn & Twit One).
    Auch Vol.3 steht bald mit den Herren Full Crate & FS Green aus Amsterdam bereit.
    Alles über MPM Melting Pot Music zu erhalten.

    Sonst stimme ich Herrn Hagen, eigentlich wie immer, zu!

  2. Hey trugschluss, da steht doch garnichts gegenteiliges im Text….die platte ist auf alle fälle dope – wie TesticuloYUno…must have wie fast alles auf MPM.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Connect with Facebook

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>