Review

Suff Daddy – Suff Sells

271374

Review:

Den Berliner Produzenten und DJ Suff Daddy hat man im diesem ganzen Revival von 90er-affinen Sounds aus dem Untergrund am Schopf hervorgezogen und er hat sich dankend seinen Platz gesichert. Das hat er souverän mit seinem Beitrag zu der hochgelobten Beatmaker-Reihe namens „Hi-Hat-Club“ getan und so manches Genick der HipHop-Heads national erreicht. Keine Frage, dieser Mann kann an der MPC alles. Hörbar sozialisiert von großen Beatschmieden wie Pete Rock, Premier, 9th Wonder oder Dilla. Traditionell und immer mit dem Blick auf die Ostküste der USA – so kennt man Suff. Aber man wird bei der, nicht immer offenen, HipHop-Gemeinde ja auch nicht immer verstanden wenn man etwas Neues, ja vielleicht Innovatives entwickelt. El-P, RJD2, Dilla, Flying Lotus – man könnte diese Reihe sehr lange weiterführen – wurden auch nicht immer gleich oder auch nie wirklich verstanden. An Genialität fehlte es ihnen nicht. Bei Suff konnte man bisher davon ausgehen, dass er seinen inzwischen etablierten Style nicht komplett ändert – jedoch durchaus weiterentwickelt. BoomBap-Fetischisten schimpfen sowieso immer!

Nun steht also das neue Werk namens „Suff Sells“ an. Ein Beat-Tape mit 28 Anspielstationen das eine nicht vorher sehbare Tiefe besitzt, weil Suff offensichtlich tief in seinen Crates Jazz, Funk & Soul gediggt hat und das Spielen mit den Synthies ausgebaut hat. Dabei nimmt er den Hörer an die Hand und führt ihn in alter Krush/Shadow-Manier durch das Land der Beats, welches er erschaffen hat wie Tolkin die Mittelerde. Dabei gibt es Rhodes-verliebte, ruhige und warme Sound-Landschaften genauso wie knackige, bouncende Beats. Dabei hat er hörbar seine Verneigung vor dem Westküsten-Funk („Make it Dip“) ausgebaut und die 80s-Kiste mal zwischen den ganzen 90er-Sachen hervorgekramt. Immer wieder kommen die Beats für die ihn die Fans lieben und irgendwo zwischen Detroit und New York inspiriert wurden. Da lag es auf der Hand, dass er für den fantastischen, beseelten Track „Det2Bln“ die alten Dilla-Gefährten Phat Kat & Elzhi zum Gastauftritt bat. Absehen davon, dass Beattapes sich endlich wieder größere Beliebtheit und Honorierung (siehe 9th Wonder) sicher sind, ist das hier etwas wie eine Wanne Cuba Libre – man kann sich daran berauschen und sich stundenlang hineinlegen und wohlfühlen.

Vor einiger Zeit stand uns Suff Daddy im Interview Rede und Antwort.

Text: Peter Parker



Trackliste:

1. Intro [From "Suff Sells")
2. P.G.O.B. - Suff Daddy / Bonny, Miles
3. Feelin Allright
4. Drinks
5. Jimmy Smith Interlude
6. Quicc Beat
7. Pattern Select
8. Giscar Sob - Suff Daddy / Flat Pocket (Twit One / Lazy Jones)
9. Ultimate Interlude
10. Dr. Banard
11. Bad Night Out
12. Stein Im Brett - Suff Daddy / Fleur Earth
13. Make It Drip
14. Lovin You
15. K.C. Vodka
16. Dexter Wansel Interlude
17. Det2bln - Suff Daddy / Phat Kat / Elzhi
18. Quicc Jazz
19. Suff Disco
20. Take'em To The Kiosk
21. Elephant
22. Bo Break
23. Gimlet - Suff Daddy / Hodn, Hulk
24. Beate
25. Cold Lampin
26. Twisted - Suff Daddy / Vertual Vertigo
27. Dilemma
28. Supersilverhaze
29. Flakey

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Connect with Facebook

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>