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Sugar Minott: Hard Time Pressure

Sugar Minott: Hard Time Pressure

Sträflich vernachlässig wurde auf 1beat.de das Genre Reggae. Und was wäre besser als in den kalten Monaten die jamaikanischen Sounds zurück in der Erinnerung zu rufen und sie sich anzuschaffen um damit etwas Wärme zu verbreiten. Das Musikabspielgerät eures Vertrauens kann man seit einiger Zeit mit der Reihe der „Reggae Anthology“ füttern bzw. seine heimische Sammlung ergänzen.
Diesen Monat bietet VP Records einen wunderbaren Rückblick auf das Schaffen es legendären Lincoln Minott, den man besser unter dem Namen Sugar Minott kennt und schätzt. Reggae der 1970er und 1980er sind sehr eng mit seinem Werk verbunden. Nicht wenige Kritiker haben erst nach seinem Ableben die immense Wichtigkeit seines Beitrags für die Kultur erkannt. Gehuldigt soll das jetzt durch die Doppel-CD „Hard Time Pressure“.

Begonnen hat alles 1969 als Gruppe „The African Brothers“ (mit Tuff Tony und Eric Bubbles Howard) die einen kleinen, aber feinen Katalog an Klassikern der Reggae. Darunter war unter anderem „No Cup no brock“ (Studio One) – das sicherlich eines der wichtigsten Releases jener Zeit war. Es folgten 7-Inch-Hits wie „Wrong Doers“ oder „Love me Girl“ – die zu seinem ersten Soloalbum „Live Loving“ führten. Im legendären Studio One und in den Londoner Peckings Studios produzierte das Multitalent in den Folgejahren große Hits wie die Ganja-Hymne „Oh Mr DC“ oder das grandiose „Love & Understanding“, die Jackie Mitoo-Interpretation von „Be thankful for what you got“. Sugar Minott veredelte so manchen Hit, schrieb, komponierte, produzierte und musizierte nicht nur für seine eigenen Werke. Ende der 70er gründete er dann auch seine eigene Plattform mit Black Roots & Youth Promotion. Es folgte nun auch der Erfolg auf den wichtigen Märkten wie in England. Dort chartete später sogar seine 12inch „Hard Time Pressure“. Die folgenden Alben etablierten ihn international als Reggae-Artist der Sonderklasse. Die Alben „Ghetto-ology“, „Bitter Sweet“ und „Black Roots“ und das von den Kritikern geliebte „Lover’s Rock“ zählen heute zu den wichtigsten Releases der 1980er Jahre. Seine Arbeiten für Sly & Robbie’s Taxi-Label zählen hier sicherlich auch dazu.

Am 10. Juli 2010 verstarb mit Sugar Minott einer der wichtigsten Künstler der Reggae-Kultur. Er hinterlässt einen riesigen Katalog an großartiger Musik – für die er zu Lebzeiten etwas zu wenig gebührend gefeiert wurde, weil er lieber im Hintergrund agierte. Diese gelungen Werkschau auf zwei CDs unterstreicht das Können dieses Ausnahmekünstlers noch einmal. Hinzu gibt es eine Konzertaufnahme von seiner Japan-Tour aus dem Jahr 1986 auf DVD. Reggae-Fan was willst du zu Weihnachten mehr?

Text: Peter „Parker“ Hagen

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