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Tettorybad: Unite

Review:

London und Tokio, dass waren man die Zentralen der Fusion. Ende der 90er Jahre gab es eine Zeit in der man gefühlt jedes Release blind kaufen konnte wenn man von dem NuJazz-Movement angesteckt war. Broken Beats, 2-Step, jazzy House, organische HipHop-Formeln und futuristische Jazzexkursionen die gerne auch den Drum’n’Bass von seiner schönsten Seite zeigten. Im Mittelpunkt der kreativen Hybriden-Schmiederei standen oft Künstler, die aus Japan (z.B. Kyoto Jazz Massive) oder England (4 Hero, IG Culture) stammten und von dort aus eine quirligen Zirkel bildeten. Labels wie Compost, Sonar Kollektiv, Raw Fusion, Schema Records oder Ubiquity (um nur einige zu nennen) wurden in dieser Zeit groß und Pioniere wie Rainer Trüby, die IntoSomthin’ Crew, Mad Mats, Seiji, Gilles Peterson oder Soulpatrol zu Helden des Fusionsgedankens. Nostalgisch mag man auf diese Zeiten zurückblicken – vorbei sind sie jedoch unweigerlich. Die Hochphase, in der Bugz-Remixes der heiße Scheiß waren und Blackbeard-Edits händeringend gesucht wurden, ist abgeklungen. Die Fusionen entstehen jedoch weiter. 4Hero basteln weiter an jazzigen Welten abseits der Dogmen – die starke Präsenz und den ehemaligen Einfluss haben sie jedoch nicht mehr. Vieles hat sich in den letzten zehn Jahren in Richtung technoider Sounds verschoben. Auch hier geht es in vielen Produktionen noch um die Fusion – der Blickwinkel ist nur anders. Elektronische Welten sind 2009 vor allem in den Clubs die dominante Macht. Da gibt es nichts zu diskutieren. Weiterhin gibt es Leute, die den „State of the Art“ bestens auch außerhalb und fast autark für sich definieren können.

Ein schönes Beispiel dafür wäre Tettorybad. Ein Projekt das aus den zwei japanischen Beatbeauftragten Dj Kou-G und Masaya und dem englischen Broken-Beat-Soldier Simbad besteht. Masaya ist der Gründer und Besitzer des Jazzy Sport-Labels, welche in Japan zu den wichtigsten Aktivposten in Sachen HipHop und auch NuJazz-Sphären gehört. Kou-G ist ein versierter DJ, der HipHop-sozialisiert in den 90er verortet ist und seine Produktionen den Flavour von Pete Rock & CL.Smooth oder The Roots nacheifert. Simbad gehört seit einigen Jahren zu einem Sure-Shot-Lieferanten wenn es um knackige Soundeskapaden z.B. als Marathon Men oder Mowgly veröffentlichte. Und der allseits überall gefeierte House-Hero Karizma wird nicht ohne Grund ihn als Kooperationspartner für eine gemeinsame Platte ausgewählt haben.

So laden die drei also zu einem illustren Soundentwurf ein, den man oberflächlich in die von Kou-G inspirierte Klangecke des jazzigen, organischen und beseelten HipHop einordnen. Aber „Unite“, so der Titel des Albums, entpuppt sich als ein wahrer Grower. Er entfaltet sich und seine lieben, kleine Details beim mehrfachen Hören zu einem Erlebnis. So sind zeigen sie auf Songs wie „Galaxy“, dass sie vereint in der tiefen Verbundenheit mit HipHop sind und immer wieder an den Punkt zurückgehen, der sie inspiriert hat. Im Gegensatz zu elektronischeren Gefilden wie „It’s your time“, können sie das in Perfektion. Sie führen den Hörern jedoch gerne an Orte des spacigen Soul (mit Paul Randolph!) und futurischen Funk (mit Ty) in einem sehr warmen Soundgewand. Eine wahrlich schöne Scheibe – die perfekt in ein Warm-up-Set passt. Space Rider.

Peter Hagen

Tracks:

  • 01. Somewhere Far
  • 02. Don’t Push Me feat. Ty
  • 03. Short Love Tale feat. Young Gun, Mika Arisaka & Yuri
  • 04. Ruff & Tuff feat. Randolph
  • 05. Space Connection feat. B-BanDJ
  • 06. Futurlude 1
  • 07. It’s Your Time feat. Shea Soul
  • 08. Galaxy feat. B-West
  • 09. Eternal Freedom
  • 10. Unite feat. Fatima
  • 11. Futurlude 2

Releases:

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Interpret:
Tettorybad
Label:
Sunshine Enterprises
Stil:
Hip Hop Freistil Broken Beats NuJazz

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