Review

Thalia Zedek: Liars and Prayers

Thalia Zedek: Liars and Prayers

In der Mythologie ist Tahalia eine der neun Musen, ihr Name bedeutet Blühende, Fülle oder auch froher Mut. Nun, frohgemut ist nicht wirklich das Wort, welches das Werk der Thalia Zedek Band beschreibt. Die ehemalige „Come“-Sängerin liefert eher den Soundtrack zu einem Borderline-Selbsthilfe-Meeting. Patti Smith meets Nick Cave, möchte man beim ersten hinhören meinen. Die Band aus Cambridge/Massachusetts begleitet ihre Chefin kongenial auf ihrer Reise durch die Täler menschlichen Seins. Existenzielle Verzweiflung und der Freiheitsdrang jener, die nichts zu verlieren haben manifestieren sich in Klängen, traurig schön wie eine Landschaft im dramatischen Sonnenlicht nach einem Sturmgewitter. Nichts an „Liars and Prayers“ ist wohllaut, alles ist sperrig und tut ein bisschen weh und macht keine gute Laune. Aber Hoffnung darauf, dass immer mehr Menschen wieder das archaische, dunkle Herz der Musik schätzen lernen. Thalia Zedek reißt es sich und ihren Zuhörern schier aus dem Leibe.

Jo Neckermann

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