Review

The Aliens: Luna

The Aliens: Luna

Können Psychedelic, Rock und Electronica eine Verbindung eingehen, die sich nicht als Soundtrack für kiffende Slacker oder als nostalgische „Waren-wir-damals-drauf“-Revue für scheintote Langhanse entpuppen muss? Kann solche Musik Spass machen, oder besser gesagt: Darf die das? Musik, scheinbar aus einer Zeit, als London sich noch als Swingin’ gerierte, Bush noch etwas war, die Hippiemädels unterm Minirock hatten und Unterseeboote gelb leuchteten und die Zukunft rosig schien. Man muss den schottischen Aliens Anderson/Jones/Maclean attestieren, dass sie die Musik der ausgehenden Sixties perfekt verinnerlicht haben, die Sounds der Turtles, Electric Prunes, Beatles, Beach Boys, Vanilla Fudge, frühe Pink Floyd. Da sägen die Gitarren vermittels Germanium-Fuzz fröhlich vor sich hin, und die Songs mäandern zwischen Hippie-Happy-Seligkeit und postpubertärer Elegie herum. Und doch ergibt sich in keinem Moment der Eindruck, auf einer

(falschen) Retro-Veranstaltung zu sein, diese Musik ist von Heute, klingt von Heute – und ist sicher auch noch morgen gut! Perfekte Pop-Musik, für die sich keines ihrer großen Vorbilder schämen müsste.

Jo Neckermann

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