Review

the Charlatans: You Cross My Path

the Charlatans: You Cross My Path

The Charlatans sind ein Stück Musikgeschichte der Neuzeit, denn die gelten als die Protagonisten der Rave-Bewegung der frühen 90er Jahre und als Vorreiter der ganzen Britpop-Mania. Ihre Mischung aus gitarrenlastigem Garagenrock und feinen melodischen Diskobeats war in jeder Beziehung ekstatisch.

Nun ist die englische Band endlich mit einem neuen Werk am Start, das es in sich hat. Und es rockt! Ihrem zehnten Studioalbum „You Cross My Path“ hört man die musikalischen und geographischen Einflüsse mit jedem Ton an. Frontmann Tim Burgess arbeitete sich durch seine Plattensammlung, speziell die Abteilung „1981-86“, und entdeckte seine alten Helden wie Echo & The Bunnymen, The Cure oder New Order wieder. Das ist durch Songs wie „The Misbegotten“ oder „This Is The End“ eindrucksvoll belegt. Und dass das Album in Los Angeles aufgenommen wurde, glaubt man ohne Zweifel, wenn der Gesang bei „Oh!Vanity“ oder „Bird“ an kalifornische Surf-Bands erinnert. Die eigene Note liefern vor allem die hart arbeitenden Bandmitglieder an Schlagzeug und Gitarre, denn die dürfen endlich mal wieder so richtig loslegen. The Charlatans bieten einen unglaublich euphorischen Sound, eine Platte zum laut hören und Musik, die einem Film wie „Trainspotting“ gut gestanden hätte. Der große Ausreißer-Song ist „My Name Is Despair”: mystisch, schwer, düster, tragend und einfach mal grandios.

Wenn diese CD Deinen Weg kreuzt, dann geh nicht vorbei …

Regina Sommerfeld

Veröffentlicht am

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