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The Diplomats of Solid Sound: What goes around comes around

the Diplomats of Solid Sound: What goes around comes around

Die Begeisterung für authentisch gemachte Soul, Funk & Afrobeat-Musik, die sich an den 1960ern orientiert, ist gestiegen. Mit der größeren Aufmerksamkeit kamen aber auch mehr Bands zu Tage, die nicht die gewünschte Kreativität und Integrität hatten. Quantität statt Qualität stellte sich ein. In letzter Zeit hatte man doch sehr das Gefühl, dass irgendwie an jeder Ecke eine Funkkapelle gegründet wurde und diese gleich auch Plattenveröffentlichen. Eine Retrosause nach der anderen startete, bei den Wenigsten hatte man das Gefühl, dass sie dem Ganzen auch wirklich ihren Stempel aufdrücken können.

Aus den USA, genauer aus Iowa City, kommen die Diplomats of Solid Sound. Die Funk-Kombo gibt es seit über zehn Jahren und sie haben bereits weltweit live on stage gezeigt, dass sie sich hinter Säulenheiligen wie The Dapkings & New Mastersounds nicht verstecken müssen. Vergleicht man ihre bisherigen vier Alben miteinander, hört man deutlich eine sukzessive Steigerung ihrer Kunst. Diese Band geht traditionell, jedoch nicht starr mit der Grundthematik Raw Soul und Deep Funk um. Das macht ihnen und den Hörern, respektiv den Tänzern, Spaß und ist, wie bereits erwähnt, das beste Werk der Gruppe aus Amerika. Nach den Stationen Prescription Records und Estrus Records haben sie nun für ihre neuste Platte namens „What goes around comes around“ eine Heimat auf dem italienische Groove-Spezialistenlabel Records Kicks gefunden. Das Mailänder Imprint veröffentlicht seit Jahren Wiederentdeckungen, sprich alte Rillen aus alten Zeiten – jedoch auch Musik aus dem Hier und Jetzt.

Produziert hat das Album ein wahrer Szeneheld – der Brite Adrian Gibbons. Der hat als Compiler und Produzent (Lack of Afro) schon mehrfach bewiesen, dass er weiss worauf es beim satten Groove ankommt. Dabei ist die Scheibe erstaunlich abwechslungsreich und geilt sich nicht daran auf den deepsten und dreckigsten Funk über Albumlänge spielen zu können, und sich damit in einer szenetypischen Monotonie zu suhlen und letztlich für Langeweile zu sorgen. Da gibt es knackigen Sisterfunk „Give one more chance“ neben Hammond-getriebenen und von harten Drums motivierten Groovemaschinen wie „Back off“ oder „Boogaloo“. Diese Kapelle zeigt hier, dass sie in ihrem Metier eine breites Repertoire spielen und ehrlichen, handgemachten Rhythm’n’Blues, intensiven Soul bis deepen Funk auf Albumlänge vereinen. Das wunderbar groovende „Hip Drop“ ist leider nur auf der 7inch erhältlich – das ist schade, jedoch mindert es das sehr gelungene Album nicht. Vinylheads werden sich wohl Single & LP kaufen – und es nicht bereuen.

Peter Hagen

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