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The Dynamites feat. Charles Walker: Burn it down

The Dynamites feat. Charles Walker: Burn it down

In den letzten Jahren haben die alten Recken des Soul ihren Anspruch angemeldet bei der aktuellen Renaissance der erdigen und authentischen Musik der 60er und 70er Jahre ein Wort mit reden zu wollen. Al Green hat das imposant unter Beweis gestellt. Erst kürzlich hat Lee Fields dieses Ansinnen mehr als unterstrichen und ein wahres Genremanifest abgeliefert. Einen besseren Zeitpunkt alte und fast vergessene Haudegen des passionierten Groove für Comeback reanimieren gab es nie. Die hochwertigen Resultate bestätigen das in unregelmäßigen Abständen.

Das dachten sich wohl auch The Dynamites als sie den vergessenen und alternden Soulman Charles Walker aus New York wieder an die Oberfläche holten. Die Kapelle kommt aus Nashville, einem Ort, den man spontan eher mit Country, Blues oder Affinem in Verbindung bringt – als mit rohem Funksound und altehrwürdigem Soul. Doch genau dort arbeitete Walker bereits in den 60ern mit Hitproduzent Ted Jarett, Etta James oder Wilson Pickett als Litte Charles (and the Sidewinders).
Gegenüber dem Debüt und dem offiziellen Comeback des Altmeisters hat das Zweitwerk „Burn it down“ an Substanz und Abwechslung dazu gewonnen. Konnte man doch beim Debüt „Kaboom“ schon sehr erfreut über ein weiteres solides Soulwerk sprechen, dass in der Schiene der Genreanführer Sharon Jones & The Dap-Kings Fahrwind aufnehmen konnte. Offensichtlich lehnt man sich gerne am großen Genregeschwisterlein The Dap-Kings an, wenn man die großartigen und dem Vorgänger wesentlich perfektionierten Bläser-Einsätze wie auf “If I had known” an.

Ausgeglichener und auf höchsten Niveau geht der alte Herr hier mit seiner Combo spürbar bis ans Äußerste. Harter, schmutziger Funk trifft auf leidenschaftlichen Soul der am Ende seinen Meister im eindringlichen Duett mit Shawna P. auf „The real deal“ findet. Klangästhetisch, ja die ganze Soundausrichtung und Klangstruktur ist natürlich an die 60er angelehnt hat aber durch das harmonische Zusammenspiel der Band und den Sängers im Gesamten das Prädikat „Zeitlos“ verdient und wird wie einige von Walkers Crooner-Genossen noch viele Jahre wirken.

Peter Hagen

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