Review

The Hi-Fly Orchestra – Samboogaloo

The Hi-Fly Orchestra - Samboogaloo

Heftiger Tanz-Groove swingt mir in den Gehörgang, als ich das Zusammenspiel vom Hi-Fly Orchestra in den CD-Player gelegt habe. ,,Samboogaloo” ist eben nicht die plakative Einwicklung von Samba in der Tanzwut des Boogaloo, sondern viel mehr. Hier verzichtet man auf programmierte Beats, Basslines, Snares und sonstige Gimmicks. Man spielt, teils sehr sensibel interpretiert, Acoutic-Jazz im Stile der 60er Jahre. Mal frönt man den Bossa Nova und plötzlich überwindet man spielend die Barrieren der Kanten des Sambas. Es handelt sich hier um 6 großartige Jazzer aus deutschen Landen die sich vorgenommen hatten, den klassischen Blue-Note-Sound der goldenen Ära zurück zu bringen. Das Cover von Quincy Jones (,,Soul Bossa Nova”) und die Hommage an diese Epoche (,,Hi-Fidelity”) des Soul.-sowie Fusionjazz sprechen hier eine eindeutige Sprache. Auf ,,Liberated Brother” gehen sie respektvoll mit dem Erbe von Latinjazz (alla Charles Mingues oder Tito Puente) um und wissen auch dieses Genre perfekt zu bedienen. Die Verbeugung vor Getz & Gilberto und all den anderen Brazil-Künstlern beeindruckt durch fantastische, sehr dynamische Perkussion-Einlagen und harmonisch abgestimmt Lust am Jazz. Diese Scheibe treibt sich zurück in eine Zeit in der Groove noch anders defniert wurde. Frisch! Sehr frisch!

Peter Hagen (Jazzriots)

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