Wie man sich in der weltweit riesigen Jazzscene einen Namen erspielen kann, konnt man an den skandinavischen Five Corner Quintett sehen. Ihre Energie beladene Livepräsens und ihre ganz eigene Herangehensweise an 60s Jazz hat ihnen international einen hervorragenden Ruf eingebracht. Das ist natürlich nicht nur Talent, sondern auch harte Arbeit. The Jazzinvaders, die Kapelle von Mastermind Phil Martin stehen den Nordlichtern da in Nichts nach. Auf der ganzen Welt haben sie Freunde des Jazz von ihrer dynamischen Definition überzeugen können. Die Japaner feiern die Jungs schon richtig. Ihr Debütalbum „up & out“ kam dort besonders gut an. Die Holländer können dem internationalen Vergleich mit ihrer Mischung aus traditionellem Jazz (Hardbop), NuJazz und Latin Groove locker standhalten. Wenn man eine elegante, intelligente Jazzscheibe mit viel Groove und Herz haben möchte – sollte man hier bei „Blow“ zugreifen. Neben dem Chef, Denker, Lenker & Drummer Phil Martin sind es Rolf Delfos (Alt-Sax), Jan van Duikeren (Trompete), Tom Beek (Tenor-Sax) und Erwin Hoorweg (Klavier), die für diese herrliche Ansammlung an hochwertiger Jazzmusik verantwortlich sind. Ein Highlight ist die Gesangseinlage von Linda Bloemhard, während die Gäste wie Eddie Roberts (New Mastersounds) den Funk und Stefania DiPierro (Nicola Conte Band) den italienischen NuJazz-Wind mit einbringen. Auf „Blow“ gehen sie von ihren Live-Exzessen zwischen Bossa Nova und Afrobeat mehr in klassische Gefielde – jedoch nicht minder gut.
Peter Hagen