London schläft nicht. Auch wenn der sogenannte “Broken Beat” schon lange nicht mehr so relevant und präsent ist wie Mitte/Ende der 90er. Nach dem eher Soul-orientierteren Album von 4 Hero kommt nun ein weiter Meister des “gebrochen Beats und des Future Jazz” an den Start. Marc De Clive-Lowe kann man inzwischen schon mit Dego und Marc Mac in einem Atemzug nennen – auch wenn er noch nicht so im Fokus des West-London-Zirkel steht. Er hat sich mit der Lieblingsvokalistin der eklektischen Gemeinde um Bugz in the Attic und Kollegen zusammengetan. Bembe Segue hat nicht nur kürzlich ihr Solodebüt released sondern gehört definitiv zur Familie. Überzeugen konnte das Ausnahmetalent vor allem mit ihrem Ansinnen dem üblichen Mainstream-R’n'B eine Alternative zu bieten. Diese befindet sich genau im Soundkosmos von Visionär und Produzent Marc De Clive-Lowe. Affinität zu Afrobeat, Jazz und Funk die gerne mit einem ganz speziellen Gebräu aus abstraktem HipHop flirten. Diese Kollaboration (The Politik) hat aber wieder eher den Hang dazu den Underground zu zelebrieren und den Schritt der Bugz in Richtung größerer Massenkompatibilität entgegen zu steuern. Kollegen wie Phil Asher, IG Culture oder Domu werden das natürlich feiern. Das kann man auch – jedoch braucht es eine Weile (wie viele analoge Projekte) bis die Grundsubstanz des Sounds auf den werten Hörer überschwappt. Mit feinen Gastproduktionen von Wajeed und Daz I-Kue, sowie Gastraps von Bahamdia und Blue gelingt den beiden ein gelungener Abstrich des augenblicklichen State-of-the-art des Zirkels, welcher zugegebener Weise oft sehr um sich selbst schwebt. Für Liebhaber eine weitere feine Veröffentlichung – für Einsteiger eher nicht empfehlenswert. Ansonsten: This Shit is still movin’. Besonders Tunes wie ,,Money” und ,,Turn the light”.
Peter Hagen (Jazzriots)