Wilde Wah-Wah-Riffs schwirren durch den Raum. Eine Hammondorgel bildet mehr als den Hintergrund. Die Bläser versuchen den Rhythmus mit den Drums zu fokusieren. Der Bass frönt den Gesamtsound satt und voll. Wie so oft in den letzten 8-9 Jahren haben sich jungen Menschen zusammen getan, Musik zu kreieren, die sich FUNK nennt. Nach dem überaus erfolgreichen Rückbesinnungen auf den (Deep)-Funk der 60er Jahre von den Australiern THE BAMBOOS, den Amis DAPTONES, den Briten BIG DADDY MOOCHIN’ oder dem QUANTIC SOUL ORCHESTRA – gibt nun neues aber gleichzeitig auch altes Material einer sehr speziellen Zusammenstellung von Musikern aus London.
Diese Kapelle nennt sich THE SOUND STYLISICS und hat eine ganz besondere Geschichte. Vor fünf Jahren aus einer gemeinsamen Freude an diesem Sound heraus gebildet, hat sich das WHO-IS-WHO der englischen Groovejunkies hier zusammengefunden. Allesamt etablierte und angesehne Musiker wie James Taylor (JTQ), Jim Watson (Incognito), Mark Van der Gucht (Galliano], Eddie Roberts (New Mastersounds), Neil Robinson (JTQ), Simon Lee (Dr. Seuss), Andy Ross (The Herbaliser), Mike Smith (Jamiroquai), Nichol Thompson (Brand New Heavies) und der famose, zuletzt sehr Latin-eske Snowboy. Sie alle taten das damals wohl als einzigartige Jam ab. Die kleine Auflage an Singles wurde zu purem Gold für Sammler und geht bei Ebay und verschiedenen Tauschbörsen für unglaubliche Summe über den Tisch. In Deutschland gibt es wohl nur wenige Nerds, die hier wirklich bescheid wissen. Wahrscheinlich werden Martin Hagebuch (Funkexlosion/Tübingen) und Florian Keller & Tobias Kirmayer (Perfect Toy/München) zu den Wenigen gehören, die von dieser Band bzw. von der Exklusivität des Outputs wissen.
So ist es umso erfreulicher, dass jetzt auch eine große Masse Zugang zu dieser vorzüglichen Rare Groove- Scheibe gewährt wird. Freestyle Records aus London sei dank. So findet man 17 Tracks auf dem Longplayer hauptsächlich heftigen uptempo-Deep-Funk voller Monsterbreaks und der typischen Energie, die charakterisch für diesen Sound steht. Teilweise findet man dann auch noch, zu einem schönen Ausgleich, Blaxploitationsounds und smoove, jazzige Grooves die die hohe Musikalität der einzelnen Mitglieder wieder gibt. Bleibt die Frage, warum so ein Output erst 5 Jahren in irgendwelchen Archiven lag?
Peter Hagen (Jazzriots)