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Thievery Corporation: It takes a thief

Thievery Corporation: It takes a thief

Das DJ & Produzenten-Duo Thievery Corporation sind inzwischen 15 Jahren im Spiel. Nun erscheint ihre erste Werksschau auf ihrem eigenen Label ESL Music, mit dem sie richtig viel bewegt haben. Sie haben früh erkannt, dass sie ihre Visionen von Sound nur kompromisslos unter die Gemeinde wirbeln können, wenn sie sich die Autonomie eines eigenen Labels leisten. Der Mut machte sich ab der Veröffentlichung des ersten Albums im Jahren 1996 gleich bezahlt. Ihre geschmackvoller, oft im Mid-Tempo gehaltener Downbeat-Kosmos sprach eine ungewöhnlich breite Masse an. Nach dem Boom um den affinen Vienna-Sound Mitte / Ende der 90er Jahre ritten sie auf einer Welle der Begeisterung für diese Klangwelten mit, die man später aus Überdruss und Sell-Out-Beweggründen als Kaffeehaus-Grooves abtat. Zweifelsohne profilierten die zwei Herren aus Washington D.C. von dem gesteigerten Interesse an zurückgelehnten Loungesounds. Parallel dazu kamen ja auch die Berliner Soulboys von Jazzanova und die Londoner 4Hero auf eine Welle die man später gerne als NuJazz beschimpfte.

In der Wirklichkeit waren Rob Garza und Eric Hilton die innovativen, treibenden Kräfte die ganz und gar nicht mit der Massenware auf den Chillout-Samplern vergleichbar waren und immer noch sind.

Lange bevor man den „Vintage“ überall einen Platz gab, waren es die beiden die ihre eigenen Parties organisierten und Clubnights veranstalteten auf denen man die alten Klänge von Vinyl hören konnte. Vergessene Meisterstücke aus Genres Jazz, Bossa, Brasil, Soul, Funk, Reggae und Latin wurden hier dem Partyvolk wieder vorgestellt. Die beiden hoben sich einfach ab und durch ihre eigenen Produktionen unterstrichen sie das. Bis heute hört man an jedem Stück Musik aus der Schmiede Thievery ihren Trademarksound, der darauf aufgebaut ist, dass die beiden wahre Soundforscher sind die in der Vergangenheit suchten und die alten Klänge studierten. Das alte wurde nachgespielt oder gesampelt und mit modernen Grooves wie Dub, HipHop oder Electro unterlegt. Die Kontinuität und Qualität ihrer Musik dokumentiert diese Zusammenstellung sehr schön, obwohl es schwer ist auf 16 Tracks 15 Jahre gerecht wieder zu geben. In dieser Zeit veröffentlichten sie 4 Alben, drei Remix-Kollektionen, einige DJ-Mixes (u.a. der legendere K7-DJ-Kicks-Beitrag!) und zwei Film-Soundtracks. Ihre ständige Suche nach neuen Inspirationsquellen machen jedes Release zu einer neuen Entdeckungsreise. Orientalische Klänge, südamerikanischen Rhythmen, karibische Harmonien, Afrobeat, Reggae, Dancehall, 60s Jazz oder psychedelischer Rock – sie schaffen es bis heute ihren Trademarksound mit neuen Impulsen zu füttern. Wer Thievery Corporation vorher noch nicht kannte, hat hier eine sehr kompakte Gelegenheit die zu tun. Eine Art Einstiegsdroge könnte man dazu auch sagen.

Peter Hagen

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