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Thievery Corporation: Radio Retaliation

Thievery Corporation: Radio Retaliation

„Radio Retaliation“ : Eine Scheibe auf die sicherlich Viele sehnsüchtig gewartet haben erscheint Ende September. Das umtriebige Duo Thievery Corporation schraubt unermüdlich den Umsetzungen ihrer musikalischen Visionen. Dieser Antrieb hat ihnen in den letzten 13 Jahren einen hervorragenden Ruf als DJs, Labelbetreiber und Soundarchitekten beschert. Der typischen Thievery-Mix ist sofort erkennbar, aber es war schon immer schwer ihn zu beschreiben. Die Weltpresse fand schon immer und völlig zu Recht großen Gefallen an den Produktionen der beiden Musiknerds aus Washington D.C. Sie packen geschmacksicher und immer wieder spannend World Music zwischen Reggae, Dancehall, Afrobeat, Latin etc. zu Downbeats die zwischen futurischen Funk und Jazz ihren tanzbaren sowie loung(e)igen Platz einnehmen.

Das neue Album hat alle Komponente die man über die Jahre an diesem Projekt schätzen gelernt hat.

Mit „Mandala“ und den typischen indischen Soundschnipsel auf downbeatigen Abwegen knüpfen sie an ihre Hits für die Ewigkeit wie „Libanese Blonde“ an. Reggae und Dancehall scheinen Rob Garza und Eric Hilton in letzter Zeit sehr inspiriert zu haben. Auf ihrem nunmehr fünften Album haben sie genau dieses Genre vermehr eingebaut. Natürlich heisst das bei Thievery nicht, dass es kein anderes Klanguniversum zu erklingen sind. Dazu haben sie sich natürlich passende Leute ins Studio geladen. Für den Brasil-Touch gab Seu Jorge ein kleines Gastspiel. Aus Indien lud man sich Anushka Shankar neben der tschechischen Chanteuse Jana Andevska ein. Der wohl berühmteste Sohn eines Afrobeathelden, Femi Kuti, schaute genauso vorbei wie der vergessene und immer noch großartige Go-Go-Pate Chuck Brown („The Numbers Game“) und der Jamacian-Crooner Sleepy Wonder. Reichhaltig entführen uns die Jungs wieder einmal auf eine Reise um die Welt und bauen ein zeitgenössisches Werk das überall Anklang finden sollte. Dicke Downbeats, satter Dub, funky NuBreaks oder extrem gechillter Kosmos – hier darf man in alles mal reinschmecken. Es lohnt sich deswegen, dass hier mal ein ganz spezielles und eben ganz anderes politisches Statement aus der Hauptstadt der USA kommt.

Peter Hagen

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