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Till Brönner: RIO

Till Brönner: RIO

Till Brönner, der wohl inzwischen bekannteste deutsche Jazztrompeter, veröffentlicht sein neustes Werk. Zum Star der hiesigen Jazzszene mit internationalen Ansehen aufgestiegen, hat nach einigen musikalischen Ausflügen (Blue-Eyed Soul, Fusion, Bebop) – bei der er sein immenses Talent und Stielvielfalt beweisen konnte – ist er nun in Brasilien, besser gesagt, bei der Magie des Bossa Novas angekommen.

Wie der Titel „Rio“ des neuen Werkes schon verdeutlicht hat es den 37jährigen Ausnahmetrompeter in die Wiege der brasilianischen Musik verschlagen. In den Studio, in den schon einige der größten Brasil-Klassiker (Jobim, Gilberto, Ben, Veloso) der Geschichte entstanden sind, hat er sich seine WunschduettpartnerInnen eingeladen um mit ihnen dem südamerikanischen Musikkulturgut eine Hommage zu spielen. Klassiker von Chico Buarque oder Joao Donato wurden hierfür neu aufgewälzt und in neuem Glanze aufgenommen. Gelungen ist es ihm natürlich. Die kongenialen Gäste hierfür hat er sich ins Studio eingeladen. So unterschiedlich sie auch sein mögen und auf den ersten Blick überhaupt nichts mit dem Geist des Bossa Nova verbinden läßt, so erstaunlicher ist das Resultat. Die neuen Lieblingsstimme des poppigen Jazz mit der extra Portion Melancholie (Ms. Melody Gardot) schafft es ebenso wie Jazzcrooner Kurt Elling, US-Songwriterin Aimee Mann oder Pop-Queen Annie Lennox das Publikum in Verzückung zu bringen und positiv zu überraschen. Die einheimischen Damen und Nachwuchsjazzperlen Vanessa Da Mata und Luciana Souza machen, genauso wie die Altmeister Sergio Mendes und Milton Nascimento einen mehr als soliden Job. Sie alle bereiten eine bezaubernde Atmosphäre, für die brönnersche Bläsersätze. Eine harmonische und spannende Symbiose entstand hier. Zwischen zeitgenössischem Repertoire und klassischen Songwritermaterial wird hier einiges geboten was internationalen Standard Inne hat. Beflügelt von der Freundlichkeit und Faszination von Land, Leute und Musikern ist ein schönes Stück Musik entstanden, dass mal wieder die Welten Jazz, Pop und Bossa Nova verbindet.

Peter Hagen

Veröffentlicht am

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