Der beliebteste Ort der Finnen ist das Mökki. Das ist ein Ferienhaus am See gelegen. Dort relaxen sie gerne und so oft es geht. Eine Sauna sollte da nicht fehlen. Das weiß man natürlich über die prototypischen Finnen. Wenige wissen jedoch dass sich in Finnland in den letzten Jahren eine exquisite Jazzszene gebildet hat. Auch unzählige Festivals (Pori Jazz; Kerava Jazz) zelebrieren die Begeisterung für Jazz.
Neben den alten Recken und Pionieren des finnischen Jazz wie Jarmo Savolainen, Samuli Mikkola oder das Trio Töykeät gibt es heute sehr innovative, weltweit beachtete Künstler. Das kleine Label Ricky Trick Records steht hierfür sehr gut Pate. Das Jazz-Imprint aus Helsinki hat sich mit ihrer Hauscombo Five Corner Quintett seit Jahren international einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Ihre dynamischen Live-Auftritte mit dem Hang zu exzessiven jamming werden nicht nur von Jazzliebhabern gefeiert und immer wieder empfohlen. Diese Gruppe verwehrt sich nicht neuer Horizonte. Ihr Sound ist durchaus modern ausgerichtet und darf sich oft auch von eklektischen Köpfen wie Michael Rütten oder Gilles Peterson als „straight dancefloor jazz“ verkaufen lassen. Jedoch vereinen sie in ihrer unvergleichlichen Art die Werte der kreativen 60s um Cannonball Adderley oder John Coltrane. Die Musik liegt jedoch dann wirklich Jazz Fusion Bereich: Hier werden immerzu neue Verbindungen vor allem zum Latin Jazz, Afrobeat, Bossa, Soul und Funk gesucht. Genauso spannend wie bei dem Five Corner Quintett betreibt Timo Lassy seine Kunst. Wenn wundert es, dass der Saxophonist aus dem Kreise dieser Virtuosen kommt. Nach den wirklich gelungenen Projekten Teddy Rock Seven und dem Solo von Jukka Eskola kommt nun ein weiteres vor Kreativität strotzendes Album, welches auch hier ohne Ausfälle durchweg überzeugt.
Ricky Trick Records – inzwischen sollte man diesen Name wirklich kennen.
Peter Hagen (Jazzriots)