Review

To Trips: Guitarra 66

To Trips: Guitarra 66

Antonio „To“ Trips, geb. 1966, ist in Portugal eine Post-Punk/Underground-Legende. Während sein temporäres Duo, die Dead Combo (nicht zu verwechseln mit den Punks aus New York), flockig und leicht mysteriös zwischen Morricone, Marc Ribot und Tom Waits oszilliert, kommt Meister Trips auf Guitarra 66 mit klassischer Sologitarre schon arrivierter daher. Erinnerungen an große Namen der iberischen Gitarrenmusik wie Joaquin Rodrigo oder Paco De Lucia werden wach und auch die bürgerliche spanische Klassik des 19. Jahrhunderts wird zitiert. To Trips, dessen Chops ihn als versierten Gitarristen ausweisen, wenn auch die Melodieführung mitunter etüdenhaft langatmig gerät, will sein Album in einem weltmusikalischen Zusammenhang gesehen wissen. Und tatsächlich fällt es auch nicht schwer, beim Hören das nachzuempfinden, was jeder Traveller kennt: Man geht, sucht und findet … sich selbst. Schöne, rotweinkompatible Musik, um die Sommertage noch einmal zurück zu holen!

Jo Neckermann

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