Führer oder später wäre das hier passiert. Ein Album der Deutschrap-Legende Toni L. und der Heidelberger (NuJazz)-Formation Safari Sounds. Die Affinität für Funk und Disco Musik ist wahrlich nicht erst seit seinem Album ,,Funkjoker”. Man hätte fast darauf wetten können, dass das Urgestein von Advanced Chemistry sich irgendwann mal eine Band suchen wird, nachdem gerade der Funk eine ordentliche Wiederbelebung in diesen Tagen erfährt. Was liegt da näher, die neun Mannen einer hochmusikalischen Kapelle aus derselben Stadt dazu zu bringen, den ,,original funk groove” mit deutschem Sprechgesang zu fusionieren. Den Gedanken hatten die Jungs von Safari Sound auch, dazu kam, dass sie die Werke, vor allem aus den frühen Tagen, des Toni Landomini sehr schätzen. In beiden Parteien wurde das Tier im Manne geweckt. In einer Session roh, dreckig und voller Euphorie eingespielt. Meine Damen und Herren, es ist Sommer 2007 und dieses wunderbar schmoove Spektakel bringe die Balance, die dem deutschen HipHop definitiv gefehlt hat. Wo Jan Delay und seine Disko Number One die kreativen Verbindungen mit poppigeren Gefielden gesucht haben, jammen sich Safari Sounds in einem jazzfunkigen Rausch, der sich an den Meters oder JBs orientieren. Hier und da wird sogar eine kleine musikalische Hommage an den grossen, und leider viel zu selten genannten George Clinton (,,Dr.Funkenstein”) gespielt. Wer sagt das FUNK auf Englisch sein muss? Toni L. zeigt, dass der MC ein Entertainer ist. Er weiss mit den Neuinterpretationen von alten AC/Toni L.-Klassikern und auch mit neuen Stücken zu überzeugen. Ansteckend, humorvoll und immer noch mit richtig viel Spass an der Sache. Und es gibt ja wohl keine Diskussion, dass dieser Mann so viel Style besitzt, dass er ganz Aggro-Berlin damit versorgen könnte. Blockparty, Baby. 50 Minuten Session.
Peter Hagen (Jazzriots)