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Tuomo: My Thing

Review:

Immer mehr Artikel werden in letzter Zeit publiziert, die dass bestätigen, was man allerorts immer wieder zu hören bekommt. Die Leute haben keinen Bock mehr auf Popkonserven und Plastikgrooves. Die Zahlen lügen auch nicht. Immer mehr Leute wollen Live-Musik hören. Egal ob Reggae, Soul, Jazz, HipHop oder Rock - die Anfrage des Publikums ist größer denn je und deutet verstärkt darauf hin, dass man zurück will. Zurück zu dem, womit Künstler ihr Brot verdienen. Authentische Momente. Konzerte und handgemachte Musik ohne Schnickschnack. Die Gier nach wirklich talentierten Musikern ist immens. Den Beweis dafür liefern Künstler wie James Morrison oder Joss Stone. Deren Verkäufe zeigen, dass es durchaus Möglich ist, Mainstreampop mit Jazz, Soul, Blues und Rock mischen zu können. Die britische Presse berichtete sogar, dass es einen neuen ,,honesty music movement" gäbe. Das halte ich doch für sehr optimistisch - einzelne Anzeichen dafür, wie oben genannte Musiker, gibt es jedoch. Sie stehen mit ihren Platten genauso für den grossen Andrang auf Live-Konzert für eine kleine Wende. Das Publikum möchte wieder etwas mehr.

Im hohen Norden, genauer in Finnland wurde man auch jahrelang mit dem Konservenpop und Eurodanceprojekten aus Schweden zugeballert - entwickelte jedoch nebenher eine kleine Szene, die immer wieder, nicht nur mit NuJazz-Releases, die Welt überraschte. So wundert es nur oberflächlich, dass Finnland auch sehr viel SOUL hat. Verantwortlich für die These ist ein junger Mann namens Tuomo Prättälä. Mit ,,Don't take it personal", einer 7-inch-Vinylsingle in kleiner Auflage, wurde er vor zwei Jahren zum Überflieger - wobei Single nicht nur in Skandinavien die Aufmerksamkeit von Freunden guter Musik erreichte. Das folgende Debütalbum ,,My Thing" erreichte dann die Charts in Finnland und machte Furore im Norden. Die Presse feierte zu recht die ,,Rückkehr von Musikalität", und die finnische Antwort auf Simply Red. Gegen diese gewaltigen Schlagzeilen ist aber auch gar nichts hingegen zu fügen. Tuomo ist ein wahrer Juwel und Glücksfall. Der Pianospezialist einer Jazzband ist ein wunderbarer Songwriter, passionierter Multi-Instrumentalist und noch besserer Sänger. Auf seinem Album kommen nicht nur diese Talente zur Entfaltung. Hier kann man die organischen Ansätze des Grooves fühlen. Hier und da hört man deutlich die Einflüsse der Beatles, nicht nur beim Songwriting heraus. Seine Stimme vermittelt den Pop der Neuzeit mit dem Soul der 70er Jahre. Die wirklich Stärke von ,,My Thing" liegt jedoch in der Intensität und den imponierenden Melodiebögen.

Lange hat man kein so grossartiges Debütalbum gehört wie dieses. Beeindruckend wie dieser junge Mann, scheinbar unberührt von aktuellen Einflüssen, zeitlose Musik schafft - die Euphorie, Melancholie und Funkyness atmet.

Peter Hagen (Jazzriots)

Tracks:

  • 01. My wish
  • 02. My thing
  • 03. Since or before
  • 04. True friend
  • 05. Don't take it too hard
  • 06. 26
  • 07. Puddle of love
  • 08. Sorry when I'm gone
  • 09. Ballroom girl
  • 10. So surreal
  • 11. If's you
  • 12. What I'm like
  • 13. I won't worry

Releases:

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Interpret:
Tuomo
Label:
Jupiter Records
Stil:
Jazz Soul Funk Pop

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