Review

TY – A Work of Heart

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Review:

Als der britische Gentleman TY im Jahr 2003 sein Album “Upwards” veröffentlichte, veränderte er damit maßgeblich das Gesicht von Rap aus England. Zu jener Zeit brodelte es sehr kreativ zwischen Bristol, Manchester, London und Brixton. Es bildete sich in den UK ein Avantgarde von Künstlern die HipHop, Jazz, Jungle und Reggae mit viel Soul und der nötigen Portion Funk zusammenführten. Irgendwo zwischen Atjazz, Mike Skinner, Bugz in the Attic, MoWax, Ninja Tune und Roots Manuva saugte ein Produzent und Rapper TY diese Vibes auf und setzte sie zu eine Meisterwerk zusammen. “Upwards” war smooth, druckvoll, innovativ und trotzdem alte Schule zugleich. Böse Zungen behaupten, dass TY dieses Level nie mehr erreichte, jedoch seit damals als die gute Seele des UK-Meltingpot-Sound zwischen Grime, Rap und Garage-Auswüchse darstellt.

Anfang März 2018 kehrt er nun zurück und veröffentlicht sein 5. Album. Aus TY ist eine Übervater und Geschmacksverstärker der Szene geworden – zudem man aufschaut, weil er immer noch ein bewundernswertes Händchen für audiophile Produktionen und überragende Texte hat. Klassisches Sampling trifft in den autarken Werken immer noch auf dezente Live-Instrumentierung und führen das TY-Branding weiter, welches die Fans weltweit lieben. Liebevoll angerührte Grown Men Rap. Natürlich geht es inhaltlich immer noch um die Geschichten aus dem Leben. TY besticht weiter mit seinen bodenständige Reflektionen mit gesellschaftskritischen Drive (Depressionen, Arbeitslosigkeit, Rassismus, Familie) und dem typischen Humor. Natürlich fehlen auch nicht die Flirt-Anekdoten und die Huldigung der Frau(en). Für den Gesamtvibe des eklektischen Konzepts bereichern die Künstler Durrty Goodz, Tall Black Guy, Wayne Francis und The Last Poets das Album sehr. TY ist nach wie vor ein Meister im Bündeln von Synagien und man spürt immer noch seine Verbundenheit zu den eigenen Heroen wie Roy Ayers, De La Soul, Tony Allen und Herbei Hancock. So ist “A Work of Heart” wieder ein wundervolles, geschmackssicheres HipHop-Album mit Weitsicht.

Text: Peter Parker


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