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Ty: Special Kind of Fool

Review:

Rap in England, das war schon immer ein sehr schwieriges Unterfangen. Ende der 80er und Anfang der 90er gab es hier einige Britcore-Acts wie Gunshot oder Hijack, die weltweit mit ihrem rohen, harten Sound auf sich aufmerksam machten und bis heute viele Fans haben. HipHop und das Vereinte Königreich waren schon immer sehr gegensätzliche Pole. Sieht man was in Frankreich entstanden ist und wie viel Liebe dort für die einstige Subkultur gibt, steht England mal wieder am Anfang. An großen Figure hat es auch dort nie gefehlt. Das Krs One-Pendant BLAZE sei hier genannt. Die fehlende Akzeptanz und vielleicht auch die ständigen Hybridbildungen der florierenden Dance-Culture mit dem Mittelpunkt in London habe nie wirklich etwas Kontinuierliches entstehen lassen. Da sind Figuren wie TY die absolute Ausnahme. Fackelträger, die seit über 10 Jahren Platten machen und regelmäßig auf der Bühne stehen, sind und bleiben selten. Grime, Garage, Funky House, Jungle und Dubstep – dass sind die Felder wo man als MC in den UK tätig ist. HipHop als Rohform findet man immer noch sehr wenig. Roots Manuva und TY scheinen hier eine Art Sonderstellung zu haben. Die zwei alten Realkeeper setzten auf Qualität und setzten sich dabei durch. Eine Popaffinität um eine breitere Masse anzusprechen wurde nie und wird auch weiterhin nicht akzeptiert. Wer so lange dabei ist und mit Talent bzw. Skillz so gesegnet ist, wie der Hornbrillenmann aus der englischen Hauptstadt, braucht sich nicht neue Trend anbiedern um Gehör zu bekommen. Genau das ist der Fakt, der dem fast 40jährigen MC eine ungemeine Grundsympathie verleiht.

Mit seinem Album „Upwards“ zeigte er 2003, dass auch HipHop in und aus England extrem frisch ist. Von der lyrischen Beschlagenheit und dem smoothen Flow von TY konnte man sich seit dem Debüt (Big Data) „Awkwards“ 2001 überzeugen. Das 2006 erschiene „Closer“ festigte die Ausnahmestellung des Rappers und Produzenten – konnte jedoch wieder nicht die verdienten Lorbeeren einheimsen. Man darf nur hoffen dass viele Heads diesen Mann und seine Musik entdecken. „The Special Kind of Fool“ wäre ein weiterer deftiger Grund dazu. So heißt sein neues Werk, dass im April auf BBE Music erscheinen wird. Und wenn es ein HipHop-Werk zur Zeit gibt, dass von einer solchen Professionalität, Routine und Gelassenheit neben „Blueprint 3“ überzeugt, dann ist es das hier.

Gesangliche Unterstützung holt er sich auf seinem neuen Werk u.a. von Shawn Escoffery den man vorallem von der bezaubernden Kooperation mit DJ Spinna "Days like this" kennt. Neben Carool Thompson und Antohony Mills findet man auf der Platte eine ganze Reihe an Talenten denen TY hier eine Platform bietet. Es muss ausserdem mit dem Teufel zugehen, dass "Little Star" im Frühjahr nicht auf jeder anständigen HipHop-Party rotiert.

Peter Hagen

Album: Vinyl & CD erscheinen im April 2010 auf BBE Music. Singel: Digital erscheint im März 2010 auf BBE Music

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Interpret:
Ty
Label:
BBE Music
Stil:
Hip Hop Rap

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