Van Morrison – eigentlich sollte man nicht mehr viele Worte der Erklärung über diesen Musiker machen müssen, denn jeder, der Musik mag, sollte von dem irischen Vollblutmusiker schon mal gehört haben. Immerhin steht er schon über 40 Jahre auf der Bühne und macht noch länger Musik. Der in Belfast geborene Sänger, Songwriter und vielseitige Instrumentalist hatte erst mit seiner Band und später als Solokünstler Welthits von denen jeder unweigerlich gehört hat, weil z.B. das ewige „Brown eyed girl“ zu den zeitlosen gute-Laune-Hits zählt, die jedes Mainstreamradio gerne rauf und runter spielt. Natürlich ist Van Morrision mehr als „nur“ jemand, den man auf kommerzielle Radiohits reduzieren sollte. Seine Musik zielte noch nie drauf ab, den Otto-Normal-Verbraucher glücklich zu machen. Wohl aber den einfachen Mann (und alle anderen auch) zu unterhalten. Aufgewachsen im Norden Irlands kommt es unweigerlich umher, dass er Musik fürs Volk machte. So war es und ist es bis heute ein Markenzeichen, dass er traditionellen Folk mit Rock, Blues, Soul und Jazz verbindet. Sein tiefe Verwurzelung in all jenen Metiers zeigt imposant sein Backkatalog der letzten 40 Jahre.
1968 nahm er „Astral Weeks“ auf und veröffentlichte es. Die Kritiker und Fans liebten es damals nicht. nicht. Geradezu zerrissen wurde es von Meinungsmachern und Journalisten weltweit. Ungewöhnlich für die damalige Zeit war die Tendenz weg vom Rock’n’Roll-Feeling, hin zu einen mutigen Flirt mit Blues und Jazz. Selten hatte sich in den Jahren danach ein Album so rehabilitiert wie dieses. Heute sehen es Viele als sein markantestes und respektiv als sein bestes Album überhaupt an. Die Wahrheit liegt wohl dazwischen. Patti Smith, The Doors & Pink Floyd haben des Öfteren schon angemerkt, dass genau diese Scheibe sie sehr inspiriert hat.
Am 7. und 8. November 2008 hat Van Morrison, mittlerweile stolze 63 Jahre alt, zum 40-jährigen Jubiläum von „Astral Weeks“, das Album in der Hollywood Bowl von Los Angeles zum ersten Mal überhaupt in seiner vollen Länge live aufgeführt. Dabei ist es ihm gelungen, in einer atemberaubenden Performance das Original um Längen zu übertreffen, mit improvisatorischer Finesse zu bereichern und mit luzider Stimmkraft zu vertiefen. Man merkt auch heute noch ganz stark die experimentelle Präsens in diesem Werk. Jazz und Rock wurden danach nicht mehr als separat betrachtet.
„Astral Weeks“ erscheint als CD mit zwei Bonus-Tracks „Listen To The Lion/The Lion Speaks“ und „Common One“; die Doppel-Vinyl-Edition enthält zusätzlich „Gloria“.
Peter Hagen