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Various: Angola Soundtrack: The Unique Sound of Luanda 1968-1976

Various: Angola Soundtrack: The Unique Sound of Luanda 1968-1976

Inzwischen geht das Label Analog Africa mit seinem neunten Release an den Start und zeigt, dass es sich immer wieder lohnt den Entdeckungsreisen zu folgen. Dieses Mal hat man sich tief in die Musik von Angola gegraben und dabei musikalische Vielfalt zu Tage gefördert, die scheinbar bisher wenig bis gar nicht außerhalb des schwarzen Kontinents gehört wurde. Wie immer haben die Groove-Experten, hier Herr Samy Ben Redjeb, nicht nur alte Rillen aus den Archiven, Kellern, Flohmärkten und Speichern gesichtet, sondern auch wieder exzellente und ausführliche Hintergrundinformation recherchiert.

Das Land in Südwestafrika hat eine lange Zeit der Kolonialherrschaft, durch die ehemalige Seemacht Portugal, hinter sich bringen müssen. Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1975 knabbert das Land an den Folgen des Imperialismus und befand sich anschließend bis 2002 im Bürgerkrieg.

Die Musik entwickelte sich immer autark und in kleinen Dimensionen. Auch dieses Land hatte eine „goldene Ära“. Zwischen 1965 und 1976 entstand hier eine Vielzahl an sehr kreativen Werken. Die Stile nennt man Semba, Kazucuta und Merenge – die gerade hier etwas psychedelisch gespielt bzw. interpretiert wurden. Gerade in der Eigenständigkeit der Musik liegt die Ausdrucksstärke und Identität dieser Zeit. Man kopierte nicht den Afrobeat aus Nigeria und eiferte Tony Allen und Fela Kuti nach. Angola’s Musik dieser Zeit ist sonderbar neu und doch vertraut. Hier fließen traditionelle, einheimische Klänge in die Interpretationen von karibischen und latinesken Welten ein. Die aus den USA und England importierten psychedelischen Gitarrenriffs der 1960er ergänzen dieses einzigartige Soundgemisch.

Gerade in der Hauptstadt Luanda war die Schaltzentrale von umtriebigen Musikern und kleinen Labels. Redjeb ist durch das französische Kleinlabel Buda Musique auf die Klangwelten Angolas aufmerksam geworden und hat vor Ort die Archive der Hauptinitiatoren vergangener Tage, die Labels Fadiang und Valentim de Carvalho, durchforstet und hat die Geschichten hinter der Musik erkundet. Man bekommt, man wird nicht müde es zu erwähnen, neben den fantastischen 18 Tracks, auch ein dickes Booklet mit allerhand Hintergrundwissen geliefert. Textlich wandten sich die die Künstler natürlich gegen die Politik und schufen in ihren Songs Raum für sozialkritische Themen, die oft mit der eigenen Vergangenheit bzw. autobiografischen Ansätzen erklärt wurden. Neben Soundway ist Analog Africa das wichtigste Label, das – komplett unabhängig und passioniert – dafür sorgt, daß afrikanische Musik wieder ausgegraben wird, die durch durch Kriege, Kolonialismus, Apartheid und Klassengesellschaft nahezu verloren ging

Peter Hagen & Dirk Borrmann

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