Various: Baltic Soul Weekender Vol. 3
Review:
Der Weissenhäuser Strand liegt an der Ostsee und dient als Veranstaltungsort für ein Festival, dass sich komischer Weise noch nicht herumgesprochen hat. Der Baltic Soul Weekender ist in den letzten Jahren zu einer Art deutschem Wallfahrtsort geworden. Hier pilgern viele Menschen hin, die in Filmen wie High Fidelity als Freaks bezeichnet und dargestellt werden. Leute die es lieben in staubigen Kartons auf Flohmärkten nach alten Rillen aus den 60ern und 70ern zu suchen oder samstags lieber in den Plattenladen gehen (nein, ich meine nicht Media Markt oder Saturn) als ihr Auto zu waschen.
Es geht um jene Art von Menschen, die eine regelmäßige Portion gute Musik brauchen wie andere ihr tägliches Essen und Trinken. Es ist anzunehmen, dass genau solche Leute auch hinter der Idee stehen, das Baltic Soul Festival ins leben zu rufen und ein Event zu gründen, auf dem Fans der alten guten jedoch durchaus auch der neuen, anspruchsvollen Klängen auf ihre Kosten kommen. Es ist in der kurzen Zeit definitiv gelungen, ein Angebot von ausgewählten Live-Acts (Ann Sexton, Gloria Scott) und DJs (Eddie Piller, DJ Friction, Henry Storch) zu verpflichten, dass Nerds, Freaks aber auch die anderen Musikliebhaber und Gäste anspricht und glücklich macht.
Das Festival besticht nicht nur durch sein exquisites Line-up. Hier hatten sich die Organisatoren wirklich Gedanken gemacht, dass es eine Rundum-Wohlfühl-Packung geben soll. So kann man durchaus den Familienurlaub mit diesem Festivalbesuch bestens verbinden und die Ostsee-Erholung mitnehmen.
Nun gibt es die dritte Compilation zum Festival, für alle die die nicht kommen konnten oder noch nicht davon wussten. Wieder muss man hier hervorstellen, dass es sich, wie schon bei den Vorgängern, um hochwertiges Material handelt. Schafft man auf Vol. 3 durchaus den Switch in die Moderne (Rae & Christian; Mario Biondi) und vermehrt in die beseelten 1980er (Cece Peniston, Wayne Brady) während man den Anteil der klassische Rare Groover (EL Chicano, Dee Edwards) etwas hinunter schraubt. Nach wie vor darf man Unique Records beglückwünschen, dass sie genügend kompetente Compiler an der Hand haben, die solche großartigen Sampler zusammenstellen – die Laien und Profidigger gleichzeitig zufrieden stellen können und jeden in den Sommer grooven lässt. Chapeau.
Peter Hagen







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