Review

Various: Basswerk Session Vol.3

Various: Basswerk Session Vol.3

Seit den frühen Tagen des Drum’n’Bass (damals noch unter „Jungle“ zu verzeichnen) in Deutschland gehört BASSWERK zu den wichtigsten und treibenden Kräften. Anfang der 90er Jahre entwuchs aus dem Aktivismus der Kollegen Green Man und Cheetah das Junglegrower Projekt – innovativ für diese Zeit in Deutschland und aufgeladen mit der neuen Energie aus England. DNB war in Deutschland angekommen und hatte nun auch Leute die diese Untergrundströmung nach vorne treiben wollten. Das Label und die Clubnight entstanden.

Heute, im Jahre 2008, sind die Artists wie Bassface (Sascha), Nphect & Dizplay, Subz & Matik, Big Bud, MC Dragoon, Cytech, Misanthrop, Giana Brotherz, Basztart, Jonathan Baker, Phoneheads, Native Minds ein fester Bestandteil der Clublandschaft, nicht nur in Deutschland oder Europa. Reputation braucht Basswerk keines mehr – das ist sicher. Auf den bisher in fast 15 Jahren errungene Anerkennung wird sich nicht ausgeruht. Eindrucksvoll stellt das Kölner Label um Mastermind Heiner Kruse (aka DJ Green Man) ein Überblick auf das Schaffen der Protagonisten im Dunstkreis von Basswerk zusammen. Eine Compilation vom Labelkatalog wäre konzeptionell eigentlich nichts neues, aber bestimmt eine sichere Nummer wie die englischen Vorbilder von Hospital Records bestätigen. Diese Konzept hat zwar Methode und verspricht Erfolg, vor allem wenn ein DJ die Stücke noch ineinander mixen kann, jedoch war das den Basswerk-Soldiers zuwenig.

Sie haben eine 3 CD(!!!)-Packung für den werten Hörer geschnürt. CD1 bringt den „Chill’n’Grill“-Faktor auf Plastik. Hier kann man verspielte Tunes hören die nicht auf Härte spekulieren, sondern durch den Wohlfühlfaktor zwischen jazzy und soulful dominieren. Auch wenn alle und zu Recht den Dubstep-Hype um Burial und Kode9 in den Himmel loben, muss man hier eine Fahne der Begeisterung hochhalten. Der erste Mix zeigt endlich wieder Tiefe und Seele des Drum’n’Bass. In dem Cafe deines Vertrauens solltest du mal mit dem Chefkellner darüber reden, weil das hier relaxt und auf Dauer eben nicht langweilig ist – wie zu viele Chillout-Kaffeehaus-08/15-Mucke. CD2 geht natürlich dann nicht nur langsam in die Richtung wie man wohl D’n’B haben will. Das Drive wird etwas angezogen, die Basslines werden härter. Im Mittelpunkt haben sie immer diese markante Portion Groove. Auf CD3 wird genau darauf kein Fokus mehr gelegt. Diese Zusammenstellung ist dominiert mit technoiden und hart peitschenden Tracks die einer Party wohl den „Hand-in-Air“-Charakter geben werden. Verfallen aber nicht in das hirnlose Gebrettere. Faszinierend zu hören, welch breiten Roster das Label mit seinen Künstlern hat. Vielfalt in dieser Dimension bekommt eigentlich nie geboten. Hier schon. Groß.

Peter Hagen

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