Various: Beat Dimension Vol. 2
Review:
In den letzten zwei Jahren war man mit futuristischen und abstrakten Untergrundbeats im weiten Kosmos von HipHop nicht immer ausreichend versorgt. Gab es zwar immer wieder positiven Funken einer neuen Avantgarde-Armee wie LFlako oder Suff Daddy – doch waren diese Momente sehr selten. Inzwischen gibt es in den weiten Welten des Netzes eine MySpace-Generation, die sich nicht nur austauscht, sondern auch zwischen U-Bahn, Club, Arbeitsplatz und sonst überall mit ihren Blackberrys, Labtops ihre Definition von Progression und Beats durchziehen, ohne sich Trends und Hypes hinzugeben.
Dimlite deutete das schon vor Jahren auf Sonar Kollektiv an. Kid Sublime hat es wie Prefuse und Danny Breaks weitergesponnen – wenn auch jeweils immer in eine andere Richtung. Konventionelle Beats sucht man in der Beat Dimension-Reihe bis heute vergeblich. Hier fordern die Beatschmiede den Hörer heraus. Kopfbrechende Strukturen werden hier bis zum Wahnsinn ausgeführt. Aber irgendwo dazwischen flackert eben bei all jenen die hier versammelt sind, das Genie hervor. Der Shootingstar Flying Lotus ist hier leider nicht vertreten obwohl gerade er diese Armada gebührend anführen könnte. So sieht man hier bereits gehypte Freidenker und Querköpfe wie Dorian Concept neben allseits für gut befundene Untergrundkreativkämpfer wie Ras G, Samiyam, Fulgeance oder Exile. Die kranken Nachwuchsbastler Dizz1, Low Limit, Tiago, Devon, Busy oder Eric L. zeigen das man an jegliche Grenze gehen kann und das Erbe von Dilla abstrakt und gebührend mit Crunk (Tiago!!) oder anderen elektronischen Exkursionen mischen kann. So ist die zweite Folge der Beat Dimension-Reihe wieder ein mutiges Abenteuer und ein Dokument dafür, dass es noch richtig heftige Beats gibt die jeglichen Einflüssen von außen entziehen können und ihr eigenen, manchmal etwas gewöhnungsbedürftigen Stiel entwickeln. Gut dass es die fortschrittlichen Holländer gibt. Sonst würde man keinen so schönen Überblick zu dieser Thematik erhalten.
Peter Hagen
Beat Dimension erscheint im Oktober 2009 über Rush Hour als Download, CD und 3x12inch Vinyl.







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