Soul Jazz Records aus London sorgt weiter und mit unglaublicher Regelmäßigkeit für Sounddokumentationen für die Ohren und die Augen! Sie sind inzwischen über Insiderkreisen hinaus dafür bekannt, dass sie Genres, Subgenres und gänzlich Neues wie Unbekanntes ausgraben und es dem werten Käufer detailliert erklären bzw. aufbereiten. Hinter jeder Musikproduktion steckt eine Geschichte. Diese wird oft, gerade auf den beliebten Massensamplern, außer Acht gelassen. Das englische Imprint weigert sich seit Jahren, Musik nur als Konsumgut abzuwerten und zu verkaufen. Die der historische Rahmen, die Entstehungsgeschichte und Hintergründe werden oft sehr ausführlich durchleuchtet und dokumentiert. Erst vor einem halben Jahr hat man sich mit einer CD, respektiv LP und einem wundervollen Bildband der Musik und der Coverart des Bossa Nova der 1960er in Brasilien beschäftigt. Das Feedback war, wenn wundert es bei der Qualität, großartig. Nun legt das Label gleich nach. Auf „Brazil Bossa Beat!“ gibt es ein köstliche Kollektion von Musik des wohl bekanntesten Independent-Plattenlabels des Sambastaates. Hier dreht sich auf 23(!) Tracks alles um den so typischen Sound von Elenco Records, der Plattform auf der das „Who is who“ der Bossa Nova-Aktivisten veröffentlichte. Mit dabei Edu Lobo, Baden Powell, Nara Leao, Sergio Ricardo oder Vinicius de Moraes. Auf dem bei liegenden 75-Seiten-Booklet wird eindrucksvoll gezeigt, welch einen starken Charakter dieses Label hatte und welch ein markantes Rückrad es für diese Kunst und die ganze Epoche darstellte. Alles hier zu findenden Songs sind nie zuvor außerhalb von Südamerika veröffentlicht worden. Natürlich wird hier auch die hohe Plattencoverkunst des Cesar G. Villela gezeigt. Es ist immer wieder erstaunlich welche Quellen Soul Jazz Records für spannende, mit liebe zusammengestellte Compilations aufmacht. Nice.
Text: Peter Hagen