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Various: Contemporary Afro Beat

Various: Contemporary Afro Beat

Ein gutes Jahr nach „Contemporary Jazz” folgt der dritte Streich des Münchner Kleinstlabels Tramp Records. „Contemporary Afro Beat” bietet einen kleinen aber feinen Überblick über die derzeitige (weltweite) Afrobeat-Szene und erscheint gerade im rechten Moment: Polyphones Geklöppel, begleitet von Saxophon, Trompeten und Posaunen steht momentan im popkulturellen Zenit. Ob Soundway, Analog Africa oder Strut, ein halbes Dutzend Labels wühlt im Sumpf afrikanischer Musikgeschichte und fördert längst vergessene Songs von Benin bis Südafrika zu Tage.

Der Begriff Afrobeat wurde Anfang der 1960er Jahre von Fela Kuti geprägt, der zusammen mit dem Drummer Tony Allen den Inbegriff von Afrobeat symbolisiert. Die musikalischen Komponenten des Afrobeat bilden westliche Jazz- und Funk-Einflüsse und westafrikanischer High Life, einer Tanzmusik, wie sie in Ghana oder Sierra Leone üblich war.

Doch Afrobeat war keineswegs nur Musik zur Unterhaltung, sondern sehr politisch aufgeladen. Fela Kuti prangerte die neokolonialen Verhältnisse in Afrika an und stellte das Militärregime in Nigeria in Frage. In seiner Heimat wurde er zum Helden und war fortan staatlichen Repressionen ausgesetzt.

Die 13 Songs auf „Contemporary Afro Beat” reflektieren zeitgenössischen Afrobeat und spannen den Bogen von Kenia nach Detroit und Arizona. So sind die Express Brass Band und The Boogoos aus der bayerischen Hauptstadt schon zu Lokalmatadoren des Afrobeat avanciert, während das Akoya Afrobeat Ensemble aus New York noch eher ein unbeschriebenes Blatt ist.

Odu Afrobeat dagegen sind eine 15-köpfige Truppe aus Detroit, die einen direkten Erben Fela Kutis in ihren Reihen haben. Adeboye Adegbenro lernte am Saxophon noch bei Fela Kuti persönlich, als er in den 1980er Jahren in Lagos lebte und in Clubs in direkter Nachbarschaft zum legendären „Shrine”-Club spielte.

Text: Michael Ortner

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