Various: D-Funk. Funk, Disco & Boogie Grooves from Germany 1972-2002
Review:
Funk “made in Germany”. Die Releases aus dem Hause Marina Records widmen sich abseits von Mainstream und Pop, Obskuritäten der deutschen Musikhistorie. Nach der brillanten „The In Kraut“ - Serie und dem „Disco Deutschland Disco“ - Sampler trumpft das kleine Label aus Hamburg mit seinem nächsten Geniestreich auf. Nach Krautbeat und Hammondwahnsinn geht die musikalische Reise nun weiter. Philly Disco aus Leipzig, Post Punk Funk aus Düsseldorf und Cover Funk aus München: Auf “D-Funk” versammeln sich 18 Funk & Disco – Perlen aus deutschen Landen. Boney M ist dabei der beste Beweis, dass B-Seiten viel zu oft unterschätzt werden. “Dancing in the Street” ist Miami Funk par excellence und klingt schwer nach Kool & the Gang. Dass deutscher Funk musikalisch seinem amerikanischen Pendant in nichts nachsteht wissen wir nun. Jedoch wurde auch bei Titelwahl nicht auf Ideenreichtum und Witz verzichtet: “Bring deinen Körper auf die Party” verlangt “Family 5” und funkt mit Ex-Fehlfarben Punk Peter Hein. Damit die Scheibe dann auch der Schwiegermama gefällt, bietet James Last seine Version von “Bolero” in bewährter Fusion-Manier an. Höhepunkt für alle Sample-Fans sollte “Su Kramers” “Magic Dance” sein, eine spacig-moderne Boogienummer, die “Deichkind” für ihren Hit “Bon voyage” verwurschtelten.
Abgesehen von einer Handvoll seltener und schwer zu findender Tracks, belohnt der Kauf von “D-Funk” auch die Augen. Marina Records gibt sich, wie schon bei den Vorgängern, größte Mühe bei der Gestaltung ihrer Gatefold-Cover und liefert neben detailierter Tracklist auch alle Originalcover.
Michael Ortner







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