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Various: Drumpoems Verse 1

Various: Drumpoems Verse 1

Es ist schön zu sehen, dass die von Dixon & Ame losgetretene Deep-House-Renaisance immer mehr Produzenten inspiriert mutig und kreativ zu reagieren. Der Mut zur Lücke hat sich für das Berliner Innervisions-Team gelohnt. Internationale Reputation in kürzester Zeit. Weltweit gefeierte Clubhymnen sowie die Rückkehr der DJ-Bookings, die nach Qualität und Spannungsbogen des Sets gehen und nicht nach verkauften Platten oder Charts-Einsätzen.

Diesem Vorbild sollte nicht nur in der gemütlichen Schweiz gefolgt werden. In Zürich, jedoch, folgt man der Spur dieser Berliner/Karlsruher-Achse wirklich gut. Das haben die bisherigen vierzehn 12inches intensiv unter Beweis gestellt. Hier werkeln die fleissigen Eidgenossen Alex Dallas, Ron Shiller, Tobi Foster und Alex Gustafsson im Kreise erlesener Freunden, Djs und kreativen Köpfen.

Dallas und Gustafson’s Straight Ahead Label schien ein ähnliches Branding bekommen zu haben, welches die Jazzanova’s irrtümlicherweise seit Jahren, trotz großer Vielfalt im Roster, in einer breiteren Öffentlichkeit nicht abschütteln können. Ähnlich wie das Compost Black Label wollte man mehr auf elektronischer Ebene agieren und „Lounge“-Charakter zurückschieben. Das schien wohl die beste Entscheidung gewesen zu sein. In den Köpfen vieler scheint es immer eine Spartenseparierung zwischen NuJazz/House&Techno zu geben – obwohl die spannendsten Werke genau im „Space in between“ passierten. Dehalb logo: Neues Label, neues Spiel – gegen die Schubladendenkerei. Warum auch nicht!? Die Tendenzen gehen ja seit einigen Jahren weg vom herkömmlichen Freistil. Die Pionierarbeiten von Carl Craig und Theo Parrish zeigen nun immer mehr ihre Wirkungen. Detroit passiert überall. Fusionen entstehen – aber auf einer technoideren Ebene als zu den Compost-Hochzeiten. Und das ist absolut nur positiv zu sehen.

Von Ausgangspunkt der Deepness haben sie sich die Schweizer unbeschwert und immer sehr beseelt in eine neue Richtung treiben lassen. Jede VÖ war ein sicherer Kauf wert. Jedes Stück der spacigen Soundexkursion scheint hier dafür gemacht zu werden um das Ganze nach vorn treiben zu wollen. Das wurde des Öfteren gerne mal nach Detroit gelinst – und definitiv auch nach Berlin. Die Drumpoet Community habt den Einstieg geschafft. Einen Überblick über das bisherige Schaffen (die Singles) plus interessante Remix-Variationen kann man jetzt auch auf CD „Drumpoems Vol.1“, die erste Labelcompilation, bekommen. Der Name des Züricher Clubs, von dem aus das Kollekitv agiert, bringt den Sound von Drumpoet auf den Punkt: „Zukunft“. Die Begeisterung für diese teilweise brachialen Tanzflächenentwürfe haben vor allem Szeneprotagonisten wie Laurent Garnier, Rainer Trüby, Derrick May oder Chateau Flight weiter getragen und verbreitet. So hat eine elitäre, kleine Gruppe bewiesen, dass sie auch als eine „Loud Minority“ die House-Welt mehr als positiv beeinflussen können.

Peter Hagen

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