Various: Elaste Vol.2
Review:
Das bayrische Compost Label will sich einfach nicht in eine Ecke stellen lassen. Sie waren und bleiben der Inbegriff für eine Plattform, auf der sich alles Mögliche tummeln kann und auch soll. Waren sie in den Neunzigern noch sehr mit dem „NuJazz“- Begriff behaftet, lassen sie es nach wie vor einfach laufen und veröffentlichen elektronische Spielereien zwischen House & Techno (Compost Black Label), futuristischen HipHop und Broken Beats (Sepalot) oder sonstige Hybriden mit jazziger Erdung.
Bei Compilations hat das Münchner Label von Michael Reinboth seit Jahren ein Wörtchen mit zu sprechen. Da hat man stets spannende Strömungen eingefangen. Natürlich standen hier immer absolute Experten (Michael Rütten, Rainer Trüby, Florian Keller, Theo Thönessen) zur Verfügung, die für Qualität bürgten und sorgten. Ein neues Highlight ist die Fortsetzung der Reihe „Elaste“. Angelehnt an dem Style-Magazin aus den 80ern geht man hier tief die Sphären von Disco. Muinch’ss Music Machine – da werden die älteren unter Euch an Giorgio Moroder und Donna Summer denken. Der US-Soul alla Motown fusioniert so harmonisch, hip und tanzbar mit den elektronischen Klängen aus Deutschland. Glamour und Disco – so stellte sich der Synthesezier-Sound als Vorreiter für House und Techno vor und beherrschte die weltweiten Tanzflächen und Radios. Was von den Kultclubs wie das Paradise Garage oder Loft aus New York herüberschwappte beeinflusste auch stark die europäischen Danceproduktionen von damals. Italo Disco war hier nur die Spitze. Aus Russland, England, Deutschland und von überall aus Europa kamen die kreativen, anfangs verpönten Ergüsse die ungeniert Krautrock, Soul und Elektronika kreuzten. „Elaste Vol.2“ zeigt, dass nicht alles cheesy und belanglos damals war. Nein, wieder einmal ist es Compost gelungen jemanden verpflichten zu können, der hier Insiderplatten vorstellt, die wirklich begeistern. Tom Wieland, auch unter dem Pseudonym 7 Samurai bekannt, hat hier einen wahrhaft prachtvollen Haufen, teilweise bisher unentdeckter Disco-Perlen und 80er-Untergrund-Tunes zusammengestellt (plus zwei interessante Remixe). Grenzen gab es auch im Disco nicht, auch wenn die Qualität oft gescholten und oberflächlich betrachtet wird. "Elaste Vol2: Space Disco" klärt auf. Auch hier gab es eben viel, viel mehr als nur Ottawa, Saturday Night Fever und Village People.
Peter Hagen
Tracks:
- 01. The other side of heaven (The sky's back)
- 02. Rebel on the run
- 03. Take time
- 04. Blow you out tonight
- 05. Que tal America
- 06. Sundance
- 07. Gluckskugel
- 08. Felling love
- 09. Don't stay till breakfast
- 10. The speed of sound
- 11. Elaste
- 12. Star Trek
- 13. Nepa dance dub
- 14. Ain't nobody (HallocinogenikVersion)
Releases:
- Various: Elaste Vol.2: Space Disco, Audio CD, VÖ: 13. Juni 2008







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