Review

Various: Freedom,Rhythm and Sound

Various: Freedom,Rhythm and Sound

Review:

Im Herbst 2009 veröffentlicht das britische Label Soul Jazz Records ein Buch parallel zu der passende Compilation. Thematisiert wird auf den 200 Seiten des Hartbandes „Freedom, Rhythm and Sound“ sehr detailliert die Entstehung und Entwicklung revolutionärer Jazzklänge in der Zeit der friedlichen Bürgerrechtsbewegungen um Martin Luther King und der radikalen Entfaltung der Nation of Islam, Malcolm X oder der Black Panther Party. Hier wird dokumentiert in wie fern ökonomische, gesellschaftliche, politische, soziale und musikalische Faktoren eine Wechselwirkung mit der Musik aus dieser Zeit hatte. Dabei wird der Fokus auf jene Freigeistern gelegt, die eine neue Herangehensweise, einen neuen Auftrag an die Musik stellten. Tiefe, Spiritualität und ausgeprägte Afro-Zentrismus waren die Merkmale der revolutionäre Befreiung in mehreren Aspekten. Die Art und Weise wie radikal diese Bestrebungen und Umsetzungen waren und welche gesellschaftliche Relevanz damit verbunden wird kann man hier eindrucksvoll nachvollziehen. Die großen Namen wie Dizzy Gillespie und ihre epochalen Werke der 50er Jahre werden dabei bewusst etwas außer Acht gelassen und die autarke Bewegung in den 60ern beleuchtet.

Hier erschienen kleine Auflagen von teilweise nur 500 Pressungen deren Kreativität und zugleich Radikalität hier gebührend erwähnt wird und als bedeutende Dokumente der ungezügelten Freiheit eingeordnet werden. Es wird verdeutlicht dass die hartköpfigen Improvisationen eines John Coltrane zwar als elementar, jedoch nicht alleinig gesehen werden darf. Archie Sheep, Don Cherry, Ornette Coleman oder Bill Dixon werden hier als Mitinitiatoren genannt. In einer Zeit in der das Vinyl eine kleine Renaissance erlebt und wieder mal seinen Kritikern die mal wieder dessen Tod prognostizieren, ein Strich durch die Rechnung macht, erinnert Baker bei dieser Gelegenheit, in Kooperation mit dem BBC-Radioguru Gilles Peterson, an die Kunst des Cover-Artworks. In Zeitalter von MP3, einem Format das kein Gesicht mehr hat, aktivieren die beiden Musikspezialisten in diesem Buch der Illustrationen des revolutionären Jazz und visualisieren zusätzlich diese besondere Epoche und seine Inhalte. Die Covers unterstreichen das Begehren von Freidenkern und Visionären wie Sun Ra, Pharaoh Sanders oder Weldon Irvine.

Man beschränkte sich nicht ganz auf den Zeitabschnitt des Schwerpunkes in den 60ern. Auch für relevant befundene Werke aus Spätsiebziger (Lonnie Liston Smith)und Anfang der 80er (Gil Scott-Heron) werden hier angeführt. Auch weiterhin hat das britische Label mit der offenkundigen Liebe zum Detail hochinteressante Themen für mehre Sinnesorgane und die Seele zu bieten.

Buch und Doppel-CD/LP sind absofort erhältlich. Hier findet man freigeistliche Avantgarde wie Michael White, The Hastings Street Jazz Experience, Ralph Thomas, Joe Henderson, Errol Parker oder Sun Ra. Frohe Weihnachten!

Peter Hagen


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