Review:
Keb Darge darf man mit Fug und Recht als „Gräber des verlorenen Schatzes” bezeichnen. Als er mit 14 Jahren einem Taek wan Do-Club in seiner schottischen Heimat beitrat und die Musik hörte, zu der seine Freunde tanzten, war es um den jungen Keb geschehen. Northern Soul bestimmte fortan sein Leben.
Mittlerweile gehört Keb Darge zu den großen der „Funk-Djs” und wird in einem Atemzug mit Cut Chemist, Dj Shadow und Gerald „Jazzman” genannt. Er machte es sich zur Lebensaufgabe, nach den seltensten, raren und teuersten 7inches zu suchen, die die afroamerikanische Musik der 60er und 70er Jahre hergibt. Bekannt wurde Keb Darge aber vor allem wegen seinen Compilations. So wurde die „Legendary Deep Funk”-Serie ihren Namen gerecht und zählt inzwischen zu den legendärsten Compilations über Funk-Musik. Selbst sie erreichen teilweise Spitzenpreise, weil sie unter Sammlern selten geworden sind.
Jetzt erscheint wieder eine Compilation des Funk-Maestros: „Legendary Rockin R´n´B”. Früher schwarzer Rock´n´Roll, Rockabilly und schweißtreibender Rhythm and Blues findet sich auf dem zweiten Teil der „Lost & Found”-Serie, bei der er Unterstützung von Little Edith bekam. Er schließt nahtlos an den ersten, mit Paul Weller kompilierten, Teil an und birgt zwanzig tanzbare Perlen. Am bekanntesten dürfte Big Maybelle´s „That´s a pretty good love” sein, ein von rockigen Gitarrenriffs und Bläsern getragener R&B-Track, dessen Hook stark an „Hit the road jack” erinnert.
Wie viele andere Funk und Soul-Dj´s schraubt auch Keb Darge ein Stückchen zurück auf der Zeitleiste und widmet sich mehr den 50er und 60er Jahren. Wahrscheinlich gibt es für ihn in den 70ern nichts neues mehr zu entdecken. Wir finden: Gute Entscheidung!
Text: Michael Ortner
Rockabilly und RocknRoll und merkwürdige RnB….ich fand die Funksampler von Keb wesentlich besser….