Review

Various: Monsters of Funk & Soul

Various: Monsters of Funk & Soul

Review:

Das Unique-Label aus Düsseldorf ist nicht nur durch ihre „New Testament of Funk“ eine Instititution in der Welt der Grooves. Das deutsche Schallplattenimprint veröffentlicht seit 1988 von Experten auserwählte, frisch entdeckte oder neu ausgegrabene Musik die hauptsächlich um den Soundkosmos der 1960er kreist. Für Northern Soul und 60s Garage Beat sollte hier eine Plattform entstehen die von Gründer und Labelmastermind Henry Storch immer wieder belebt werden sollte. Bald wurde klar, auch im Zuge der Gründung des eigenen Unique Clubs, dass das Korsett noch zu eng war. Funk, Brasil, HipHop, Latin, Big Beats, NuJazz und mehr kamen hinzu. Der Clubwurden Ende der 1990er Jahre in einem Zug mit legendären Locations wie das Londoner Jazz Cafe oder der Hamburger Mojo Club verglichen – vor allem weil er non- konform zum Mainstream war und ein musikalische Vielfalt bot, die kaum ein anderer Club in Europa aufbieten konnte. Internationale DJ-Größen (DJ Premier, Keb Darge, Kemistry & Storm) und Underground-Strömungen bestimmten das bunte Programm des Clubs und pushten auch die Vielfalt und Qualität des Labels auf absolutes, internationales Niveau. 2008 wurde das Label 20, und man muss schon lange suchen bis man ein Indie-Label findet, dass sich so lange hält. Nachdem der Club aus Zeitmangel geschlossen wurde überlegte man sich neue Formen der Live-Präsentation. Seit drei Jahren gibt es das jährliche Großevent „Monsters of Funk & Soul“. Das Event vereint Live-Musik und DJ-Kultur einmal im Jahr. Dabei wird geklotzt und nicht gekleckert. Weltweit anerkannte Größen wie Eddie Piller (Acid Jazz Rec.) und Keb Darge (Deep Funk) aus England legen hier genauso wie nationalen und lokale Größen sehr klassisch ihre 7inch-Kollektionen auf und führen die Tradition der Allnighter fort. Modszene, Funkfanatiker und Souldogmatiker werden hier zum gemeinsamen Feiern auf höchstem Niveau einmal jährlich zusammengeführt. Man hat erkannt, dass Tradition nicht zu führen muss, dass jeder der auf rare Grooves steht, separat feiern muss. Gerade hier versucht man auch den Puristen beizubringen, dass nach 1974 durchaus auch noch hochwertige Sounds entstanden sind und gerade aktuell genauso viel spannende Musik entsteht die im Bereich Soul, Funk und Jazz zu Hause ist. Ein Beleg dafür hat das Label jetzt auf einer Compilation veröffentlicht. „Monsters of Funk & Soul“ stellt hier meist Musik vor, die bisher nur auf 7inch oder 12inch Vinyls in kleinen Auflagen veröffentlicht wurde. Da gibt es kraftvolle Frauenstimmen (Laura Vane, Sweet Vandals) die es mit dem deepen Funk aufnehmen. Da gibt es ganz nah an den JB’s orientierter Funk von den Japaners von Osaka Monaurail oder süßer, beschwingter Soul aus Andalusien von Al Supersonic & The Teenagers. Bis auf das hier nicht ganz so passende, elektronische Stück von The Homewreckers bekommt der Hörer hier 16 wirkliche tolle Songs geboten – sofern er als Kenner der Szene und des Labels die Hälfte der Songs nicht schon im Schrank stehen hat. Ja hamma denn scho Weihnachten?

Peter Hagen


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