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Various: Nigeria Disco Funk Special

Various: Nigeria Disco Funk Special

Das englische Independentlabel Soundway ist eines dieser spezifischen Untergrundplattformen die es man als Digger kennt. Das Label aus Brighton hat es sich zur Aufgabe gemacht verschollene Schätze an schwarzem Gold wieder ans Tageslicht zu bringen. So haben sie letztes Jahr mit der Compilation „Panama!“ sogar weltweit renommierte Rare Groove-Experten wie Will Holland (Quantic) oder Keb Darge (BBE) mit einer Mixtur aus obskurem, ultraseltenem und teilweise nie vorher gehörtem Afrobeat, Latin, Funk, Calypso, Jazz und Soul aus dem mittelamerikanischen Raum überrascht. Die größte Aufmerksamkeit konnte sie jedoch mit ihren Samplern zum Thema „Ghana Soundz“ auf sich ziehen. Hier versammelten sie mehrere, von im Original niemals erschwinglichen bzw. auffindbaren Afrobeat-Raritäten. Beim Thema Afrika blieben sie. In einer Serien gehen sie nun auf den „Disco Funk“, den „Blues“ und den „Rock & Fuzz Funk“ ein, der zwischen 1974-1979 in Nigeria entstanden ist. Die Hauptstadt Lagos fungierte damals wohl als eine Art Zentrum der kreativen Geister und Musikaktivisten. Hier schufen Künstler wie T-Fire, The Sahara All Stars, Bongos Ikwue oder das Jay-U Experience eine Stil, der offensichtlich von den amerikanischen Vorbildern wie den JB’s genauso inspiriert wurde wie von dem gefeierten Nationalhelden und Afrobeat-Heilsbringer Fela Kuti. Als zu jener Zeit die Discomusik die handgemachten, schweiß-treibenden Funkgrooves in den USA anfing zu verdrängen, entwickelte sich hier eine ganz eigene Sparte an Sounds. Der Jazz-Einfluß ist deutlich höher als der vom Boogie – und das macht die Magie dieser Compilation aus. Auch wenn der Untertitel „Disco Funk“ etwas irreführend ist. B-Boys und Fly Girls aufgepasst: Dig this! Der Sound für Eure nächste Jam. Und ich bin ziemlich sicher, dass dieses Material für HipHop-Tracks noch nicht gesampelt wurde. Da werden wohl sogar Leute wie Pete Rock oder DJ Spinna passen müssen.

Peter Hagen

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