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Various: Ninja Tune XX

Various: Ninja Tune XX

20 Jahre Ninja Tune Records – Unbestreitbar kann man als kleines Label freier, schneller, flexibler und unkonventioneller agieren. Am Ende ist es jedoch die Musik die veröffentlicht wird, die ein bestimmtes Publikum stimulieren, respektiv ansprechen soll. Das Geheimnis von Ninja Tune und letztlich den zwei Machern hinter dem Namen (die Coldcut Jungs), ist die Kontinuität über 20 Jahren hinweg, hochwertige und immerzu spannende Sounds zu entdecken, zu fördern und zu veröffentlichen. Genreüberschreitungen und freigeistige Frickeleien waren nicht nur erwünscht, sondern hörbar oft jene Art von Auflehnung die man veröffentlichen wollte. Der Rest ist “Witness the fitness”…

Zu den Charakterzügen dieses Imprint gehören zweifellos die globalen Gedankenspielen und die Überwindung vom Genredenken. So kamen inzwischen zu Klassikern mutierten Scheiben von Künstlern aus Brasilien (Amon Tobin), Norwegen (Jaga Jazzist) oder den USA (Blochead) auf. Neben dem Aspekt, dass man keinen musikalische Auswüchsen verwehrte, bevorzugte man immer wieder genau jene Scheibe die im Volksmund oft als „schräg“ und „obskur“ abgetan und von vorne herein entwertet werden. Die inzwischen legendäre Münchner Kombo The Poets of Rhythm fand vor zehn Jahren für ihr experimentielles Breakbeat-Funk-Jazz-Abenteuer „Discern / Define“ dankbar bei Ninja Tune eine Heimat. DJ Vadim’s TripHop-Epen „U.S.S.R – Repertoire“ & „U.S.S.R. – Reconstruction“ unterstreichen diese Aussage, aber das sind nur drei von vielen Beispielen, bei dem Ninja Tune rückblickend von vielen für ihrer Courage beneidet werden. Zum größten Wurf des Labels gehört unweigerlich die Zusammenarbeit mit einem gewissen Jason Swinscoe, dem musikalischen Mastermind hinter dem Projekt The Cinematic Orchstra, der das Bild des freigeistigen Musikus und dem dazu perfekt passenden und harmonierenden Labels bis heute lebt, wenn er mit seinen Mannen mal wieder einen neuen, futuristischen Soundtrack entworfen hat der sich weder im Jazz, der Elektronica noch im Downbeat wirklich festmachen lässt.

Zu diesem feierlichen Anlass lässt das Label etwas Besonderes raus. Es erscheint eine umfassende “Futurspektive” in Form von zwei separat erhältlichen 2CDs und einer streng limitierten Box (CDs, Vinyl, Literatur!!!). Dabei kann man allerhand geschmackvolles, abstraktes und vorallem unveröffentlichtes und exklusives Material von Bonobo, Diplo, The Cinematic Orchestra, Roots Manuva, Fink, The Heavy und Remixe von u.a. Flying Lotus, Benga, Tunng, Four Tet, Hot Chip, Modeselektor uvm. Breakbeats, House, Downbeat, Trip Hop, Drum & Bass, Hip Hop, Dubstep, Electronic, NuJazz und noch viel mehr waren und sind hier zu Hause.

Peter Hagen

Veröffentlicht am

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